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Rio Tinto-Aktie: Starker Gegenwind – doch Geduld lohnt sich

Rio Tinto-Aktie: Starker Gegenwind – doch Geduld lohnt sich
Tchoupis / Shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Rio Tinto hatte seine Anleger in den letzten Monaten nicht gerade begeistert. Vielleicht erinnern Sie sich noch: Ende Juli musste der Bergbaugigant für das erste Halbjahr einen Gewinnrückgang um 28 Prozent auf 8,9 Milliarden Dollar melden.

Demnach musste auch Rio Tinto höhere Kosten bei Energie, Transport und Personal hinnehmen. Der Profit aber wurde vor allem durch einen ganz bestimmten Rohstoff geschmälert: Eisenerz.

Dessen Marktpreis krachte im Frühsommer teilweise deutlich in sich zusammen und verhagelte damit die Gewinnmarge von Rio Tinto. Das Ganze ging sogar so weit, dass der Konzern die Dividende um die Hälfte kürzen musste, allerdings auf einem immer noch hohen Niveau.

Eisenerzpreis setzt Abwärtskurs im zweiten Halbjahr fort

Und tatsächlich sieht es auch aktuell nicht gerade rosig aus. Der Eisenerzpreis notiert derzeit bei 95 Dollar pro metrischer Tonne (Stand: 18.10.2022, 13:00 Uhr). Das sind noch einmal 26 Prozent weniger als zum Ende des ersten Halbjahres.

Sollte der Preis weiterhin so niedrig bleiben, dürfte also auch das zweite Halbjahr für Rio Tinto ein Rückschritt sein. Dafür spricht derzeit jedenfalls vieles. Eisenerz ist als Stahlrohstoff sehr konjunkturabhängig. Und gerade in Europa bahnt sich aktuell eine Rezession an. In der Folge würde die Nachfrage nach Stahl zurückgehen und somit auch der Bedarf an Eisenerz.

Chinas Konjunkturflaute zieht den Rohstoff nach unten

Der größte Verbraucher des Rohstoffs und damit der wichtigste Faktor in Sachen Eisenerzpreis ist allerdings China. Dessen Konjunkturflaute im ersten Halbjahr, ausgelöst unter anderem durch die strengen Corona-Lockdowns, hatte den Eisenerzpreis schwer belastet. Nun hat Peking immerhin (vorsichtige) optimistische Signale gesendet. Demnach habe sich die Konjunktur im bisherigen Herbst erholt, hieß es vor wenigen Tagen auf dem Kongress der Kommunistischen Partei.

Das jedoch reichte nicht aus, um den Eisenerzpreis wieder deutlich nach oben zu schicken. Offenbar traut der Markt dem Braten nicht, auch weil China im Gesamtjahr laut Schätzungen der Weltbank nur noch um 2,8 Prozent wachsen soll. Das wäre nach dem ersten Corona-Jahr 2020 erst das zweite Mal seit vier Jahrzehnten, dass das Wachstum der Volksrepublik so niedrig ausfallen würde. Da helfen auch die Erholungssignale im Herbst nur wenig.

Beobachter erwarten deshalb, dass der Eisenerzpreis auf absehbare Zeit keine großen Sprünge aufs Parkett legen kann. Immerhin dürfte zum Beispiel in Deutschland der kommende Gaspreisdeckel die Konjunktur und die Stahlproduktion unterstützen. Wunder sollte man hier aber keine erwarten.

Rio Tinto bei Eisenerz und Kupfer vorsichtiger

Zurück zu Rio Tinto: Der Konzern reagiert nämlich nun auf die prekäre Lage. So kündigte man kürzlich an, dass man bei der Eisenerzförderung im Jahr 2022 nur das untere Ende der Prognosespanne erreichen werde. Diese liegt bei 320 bis 335 Millionen Tonnen. Immerhin: Einige Experten hatten erwartet, dass Rio Tinto seine Produktionskapazitäten wegen der niedrigen Marktpreise noch deutlicher reduzieren wird.

Stärkere Abstriche macht man derweil beim Kupfer. Der Rohstoff ist ebenfalls stark abhängig von der Weltwirtschaft. Rio Tinto senkte kürzlich seine Produktionsprognose für raffiniertes Kupfer auf eine Spanne von 190.000 bis 220.000 Tonnen (zuvor: 230.000 bis 290.000 Tonnen).

Ähnlich wie der Eisenerzpreis ist auch der Wert von Kupfer im bisherigen zweiten Halbjahr merklich zurückgegangen. Zudem wies der Konzern darauf hin, dass die Produktionskosten bei Kupfer gestiegen seien. Die Kostenschätzung für 2022 schraubte man deshalb nun auf eine Spanne zwischen 150 und 170 Cent pro Pfund nach oben (zuvor: 130 bis 150 Cent). Vor allem die hohen Energie- und Transportkosten dürften hier eine Rolle spielen.

Mein Fazit für Sie

Rio Tinto wird im laufenden Jahr Abstriche beim Profit machen müssen. Da sind sich die meisten Experten einig. Abschreiben sollten Sie den Rohstoff-Giganten trotzdem nicht.

Denn: Die Aktie ist inzwischen deutlich günstiger bewertet als noch im ersten Halbjahr. So liegt das für 2022 prognostizierte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) inzwischen bei attraktiven 6. Und die erwartete Dividendenrendite liegt bei stattlichen 10 Prozent (via Marketscreener; Stand: 18.10.2022, 13:00 Uhr).

Setzt man das ins langfristige Bild, bietet Ihnen Rio Tinto mit ausreichend Geduld immer noch erhebliche Renditechancen. Schauen Sie: Die Rohstoffe sind schon immer zyklisch gewesen. Entsprechend werden die Marktpreise zum Beispiel für Eisenerz und Kupfer früher oder später in eine nachhaltige Aufwärtsbewegung wechseln. Gerade Kupfer ist als wichtiges Metall für die Energiewende perspektivisch eine Geldgrube.