Cerner Corporation: Nach dem Obama-Boom ein Biden-Boom?

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Die Cerner-Aktie hat sich unter der Obama-Präsidentschaft glänzend entwickelt, unter Trump nicht. Geht’s jetzt wieder aufwärts? (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Die Cerner Corporation hat enorm von der Amtszeit Barack Obamas profitiert. Sollte der neue US-Präsident ähnliche Reformen in der Krankenversicherung anstoßen, könnte sich dieses Szenario für den Spezialisten für die Digitalisierung des Gesundheitswesens wiederholen. Allein darauf zu spekulieren, ist aus meiner Sicht für eine Investition allerdings zu wenig.

Unternehmensportrait

Ähnlich wie das deutsche Unternehmen CompuGroup Medical entwickelt die Cerner Corporation Software, um Akteure des Gesundheitssektor miteinander zu vernetzen. Der Fokus ist aber ein anderer: Zu den Kunden zählen vor allem Kliniken, Labore, Blutbanken und die Pharma-Industrie.

Neben dem Verkauf von Softwarelizenzen verdient das US-Unternehmen sein Geld mit IT-Serviceleistungen. Einen Umsatzanteil von rund 10% machen zudem Aufträge mit der US-Regierung, etwa dem Verteidigungsministerium, aus. Im Jahr 2014 übernahm Cerner von der Siemens AG den Bereich Health Services für 1,3 Mrd. US-Dollar und baute damit seine Marktposition im europäischen Markt aus. Mit rund 27.000 Beschäftigten erwirtschaftet Cerner einen Jahresumsatz von rund 5,5 Mrd. US-Dollar.

Nur geringes Wachstum

Eigentlich ist Cerner in einem zukunftsträchtigen Geschäftsfeld tätig. Denn die Coronakrise wird für eine Beschleunigung der Digitalisierung im Gesundheitswesen sorgen. Doch hiervon kann Cerner – geht es nach den Prognosen der Analysten – nur minimal profitieren.

Nach 5,5 Mrd. US-Dollar im Jahr 2020 gehen Analysten in diesem Jahr von einem Umsatz von 5,7 Mrd. US-Dollar aus. Immerhin soll der Gewinn pro Aktie um gut 10% zulegen.

Hilft der neue US-Präsident Cerner auf die Sprünge?

Aber es gibt einen guten Grund, die Cerner-Akie in den nächsten Jahren zumindest auf dem Schirm zu haben. Beim Blick auf den Chart der Cerner Corporation fällt auf, dass die Aktie vom Beginn der Obama-Präsidentschaft Anfang 2009 bis ein Jahr vor deren Ende einen rasanten Aufstieg von etwa 8 auf 70 US-Dollar hinlegte.

Der Zeitraum war kein Zufall. Cerner profitierte damals enorm von der von Barack Obama eingeführten und nach ihm benannten staatlichen Krankenversicherung Obamacare. Sollte der neue US-Präsident Joe Biden in diesem Bereich weitere Reformen anstoßen, könnte Cerner erneut zu den großen Profiteuren zählen. Schließlich verspricht die Digitalisierung hohe Kostenersparnisse für die ausufernden US-Gesundheitsausgaben.

Nur die Hoffnung auf den Biden-Effekt ist für ein Investment zu wenig

Trotz dieser Chance drängt sich ein Investment aus meiner Sicht in der aktuellen Situation nicht auf. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, die US-Gesundheitspolitik und die Cerner-Aktie in den nächsten Jahren im Auge zu behalten. Sollte die Aktie nach langer Seitwärtsbewegung wieder ins Laufen kommen, können Sie aber immer noch einsteigen. Auch ich werde den Wert im Auge behalten und ggf. an dieser Stelle wieder aufgreifen.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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