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Dialog Semiconductor im Übernahmefieber

Dialog Semiconductor im Übernahmefieber
tom - Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Mit den Quartalsberichten rückten zuletzt wieder die Unternehmen in den Fokus der Anleger. Auch das Übernahmekarussell dreht sich in einigen Branchen wieder. Der Nutznießer dieser Entwicklung ist derzeit Dialog Semiconductor.

Unternehmensportrait

Die in London ansässige Dialog Semiconductor ist auf Herstellung und Vertrieb von integrierten Schaltungen mit gemischten Signalen spezialisiert, welche hauptsächlich für tragbare Geräte (Funktelefone, MP3-Lesegeräte, Laptops, usw.) und zur Automobil-Ausstattung bestimmt sind.

Nachdem das Unternehmen lange Zeit sehr stark von seinem Großkunden Apple abhängig war, konnte der Apple-Umsatzanteil in den vergangenen Jahren zurückgefahren werden. Das macht das Unternehmen für eine Übernahme interessanter.

Aktie seit dem Frühjahr im Vorwärtsgang

Die Corona-Pandemie drückte die Aktie im Frühjahr 2020 auf Kurse von unter 20 Euro. Danach folgte aber eine rasante Aufwärtsbewegung – bis Ende des Jahres konnte sich der Anteilsschein mehr als verdoppeln und erreichte sogar Höchststände, die seit mehr als 20 Jahren nicht mehr erzielt wurden.

Zum Wochenbeginn legte die Aktie noch einmal einen kleinen Spurt ein und steigt um mehr als 15%. Eine Übernahmeankündigung des Wochenendes war für diesen Kurssprung verantwortlich.

Übernahme anvisiert

Der japanische Konzern Renesas Electronics beabsichtigt, Dialog Semiconductor zu erwerben und hat mit dieser Ankündigung die Aktie somit auf einen Höchststand seit dem Jahr 2000 gebracht. Renesas Angebot beläuft sich auf 67,50 Euro für jede Dialog-Aktie. Das bewertet den Dialog-Konzern mit rund 4,9 Mrd. Euro. Diesem Deal müssen jedoch noch die Aktionäre und Aufsichtsbehörden zustimmen.

Für Renesas Electronics ist dieser Schritt sinnvoll – jetzt kann der Eintritt zum Markt mit Konsumenten-Elektronik erfolgen. Das japanische Unternehmen zählt übrigens als Spezialist für Chips, die in Autos eingesetzt werden und damit als Mitbewerber von Infineon und STMicroelectronics.

Übernahmeschlacht eher unwahrscheinlich

Nach britischem Übernahmerecht hat jetzt das japanische Unternehmen noch einen Monat (bis zum 7. März) Zeit, ein offizielles Gebot für den britischen Konzern vorzulegen. In dieser Zeit ist es natürlich auch für andere Konzerne möglich, ein Übernahmeangebot vorzulegen, was dann natürlich eine Übernahmeschlacht mit sicherlich deutlich weiter steigenden Aktienkursen zur Folge hätte. Ganz auszuschließen ist dies nicht, da die Kernprodukte im Energiemanagement und Flash-Speichern mit geringem Energieverbrauch immer stärker nachgefragt werden.

Allerdings schätzen viele Marktbeobachter die Wahrscheinlichkeit eines weiteres Übernahmeangebots als eher gering ein. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 35 ist die Aktie auch aus dieser Sicht ohnehin nicht mehr wirklich günstig bewertet.

Derzeit erscheint ein Investment in Dialog Semiconductor nur dann Sinn zu machen, wenn tatsächlich ein neues Übernahmeangebot erwartet wird. Da dies – zumindest derzeit – nicht erwartet wird, ist das Papier allenfalls für „Zocker“ geeignet.