Diese Aktie aus der Schweiz überrascht alle

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Chiphersteller vermuten die meisten von Ihnen in den USA oder in Taiwan. Doch Sie haben die Rechnung ohne die Schweizer gemacht! (Foto: Alexander Mak / shutterstock.com)

Wenn wir an die Schweiz denken, haben viele von uns herrliche Alpenpanoramen vor Augen, auch wertige Uhren oder das Bankgeheimnis mag vielen Deutschen beim Gedanken an die Schweiz einfallen. Dass die Schweizer aber einen innovativen Chiphersteller haben, wussten sicher wenige von Ihnen. Wir nehmen die Aktie von U-Blox regelmäßig unter die Lupe und können Ihnen ganz genau sagen, ob das Unternehmen etwas zu bieten hat oder ob die Aktie keine gute Wahl ist.

Zuvor aber ein paar Worte zum Unternehmen an sich. U-Blox ist ein Schweizer Anbieter von Halbleiterbausteinen für Elektroniksysteme und vorwiegend im Bereich drahtlose Kommunikation tätig. Der Konzern entwickelt und vertreibt Chips und Module, die z.B. in Satellitentechnik eingesetzt werden. Zugleich möchte sich U-Blox ein zweites Standbein in der modernen Automobilbranche aufbauen.

Diese Zahlen sind keine guten Nachrichten

U-Blox hat für das 1. Halbjahr schwache Zahlen vorgelegt. Der Umsatz sank um 8,7% auf rund 174 Mio SFr. Unterm Strich wurde ein Rekordverlust von 8,64 SFr je Aktie verbucht. Verantwortlich für den hohen Verlust war die schwache Nachfrage der pandemiegebeutelten Automobilindustrie. U-Blox liefert Halbleiterprodukte für Autos und Bauteile für die drahtlose Funkkommunikation. Was als Zukunftsmarkt galt, ist jetzt ein Millionengrab. Die Nachfrage gibt nach, und die Konkurrenz wird stärker. Künftig möchte auch noch der Chip-Marktführer Intel stärker im Automobilbereich mitmischen. Für U-Blox sind das keine guten Nachrichten.

Das Management ist resigniert: „Der Abschwung kam schnell – viel schneller, als wir die Kosten hätten reduzieren können“, so der CEO Thomas Seiler. Neben den Prognosen für 2020 wurden auch die mittelfristigen Ziele gestrichen. U-Blox hatte viel vor. Neben der stärkeren Präsenz im Automobil- und Weltraumgeschäft sollte das Internet der Dinge als zentraler Wachstumsmarkt genutzt werden. Durch die Pandemie ist aber auch hier die Nachfrage nach allgemeinen Konsumgüteranwendungen zurückgegangen.

Wo bei U-Blox Chancen liegen

Um gestärkt aus dieser schwierigen Zeit hervorzugehen, braucht es Geld und einen langen Atem. Hier kann U-Blox nicht mit den großen US-Unternehmen mithalten, die über ganz andere Personalressourcen und Kapitalrücklagen verfügen. Kleinere Lizenzpartnerschaften werden dazu nicht ausreichen. Wie so oft reicht es nicht aus, nur innovativ zu sein.

Man muss auch mit den Großen mithalten können, die Standards setzen. Hier sehen wir das Manko bei U-Blox. Die Aktie ist nicht die erste Wahl, das Unternehmen verbrennt aktuell Geld. Spekulative Investoren beobachten den Wert engmaschig – möglicherweise lassen sich kurzfristig Turnaround-Chancen wahrnehmen. Langfristig ist der Wert aktuell aber uninteressant.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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