Dieser Tech-Vorreiter krempelt eine Branche um

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Plattformen sind in der Finanzwirtschaft das Maß der Dinge. Wir stellen Ihnen ein Unternehmen vor, das das Konzept nahezu perfektioniert hat. (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Die Finanzbranche steckt in einem Umbruch. Digitale Lösungen laufen klassischen Produkten den Rang ab. Für innovative Unternehmen ist das eine große Chance – schließlich winken neue Marktanteile und größere Margen. Wir erklären am Beispiel von Hypoport, wie groß das Potenzial ist. Doch zunächst ein paar Eckdaten zum Unternehmen an sich. Die Hypoport-Gruppe ist ein Netzwerk von Technologieunternehmen für die Kredit-, Immobilien- und Versicherungswirtschaft.

Sie gruppiert sich in die vier Segmente Kreditplattform, Privatkunden, Immobilienplattform und Versicherungsplattform und arbeitet dabei eng mit den Verbänden der Sparkassen und Genossenschaftsbanken zusammen. Das Privatkundengeschäft wird unter der Marke Dr. Klein und im Internetportal vergleich.de gebündelt.  2020 hat sich das Wachstum bei Hypoport abgeschwächt. Der Umsatz stieg um 15,1% auf 388 Mio €. Bis zur Veröffentlichung der Zahlen hat das Management mehr als 400 Mio € prognostiziert. Die Aktie stürzte daraufhin ab. Hypoport ist aber immer noch sehr hoch bewertet. Trotz des Verfehlens der Prognose bleibt Hypoport ein spannendes Wachstumsunternehmen.

Plattformen als Schlüssel zum Umsatz

Mittlerweile werden in Deutschland 25% der Immobilienfinanzierungen über Systeme abgewickelt, die vom Hypoport-Netzwerk zur Verfügung gestellt werden. Die Kreditplattform legte mit einem Umsatzplus von 20% auf 168 Mio € besonders stark zu. Auch im Bereich Privatkunden legte Hypoport stark zu. Die B2C-Marke Dr. Klein konnte den Marktanteil durch Einsatz von Videoberatung konsequent ausbauen.

Der Umsatz stieg um 17% auf 122 Mio €. Derzeit wird der Ausbau einer Versicherungsplattform vorangetrieben. Hohe Investitionen prägen die Aufbauphase, sodass in diesem Bereich weiterhin kein Gewinn erzielt werden konnte. Die Kundengewinnung läuft coronabedingt langsamer als geplant. In allen Geschäftsbereichen wurde das Projektgeschäft stark zurückgefahren. Hypoport konzentriert sich auf das besser skalierbare Plattformgeschäft. Das Unternehmen steht mit seiner Mission, die Digitalisierung der deutschen Kredit-, Immobilien- und Versicherungswirtschaft voranzutreiben, noch am Anfang. Das Wachstumspotenzial ist hoch. Das Wachstum ist im Kurs bereits eingepreist. Am Jahresanfang wurde deutlich, dass ein Verfehlen der Prognose sofort zu einem Kursrückgang führt.

Wie Sie mit der Aktie umgehen sollten

Anleger könnten daher in der Aktie von Hypoport ein heißes Eisen sehen. Dafür spricht auch, dass das Unternehmen bereits ambitioniert bewertet ist. Hinzu kommt, dass Hypoport keine Dividende ausschüttet. Ist die Aktie also überhaupt vielversprechend? Der Wert profitiert von der technologischen Vorreiterschaft des Unternehmens – Plattformen sind in der Finanzbranche sehr beliebt und eröffnen den Zugang zu neuen Kunden und Kooperationen. Die Bäume wachsen bei Hypoport aber nicht in den Himmel. Behalten Sie die Aktie trotzdem auf dem Schirm!

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Hypoport: Anhaltender Immobilienboom treibt Aktie auf neues RekordhochDer anhaltende Bauboom und die dynamische Kreditnachfrage beflügeln die Geschäfte bei Hypoport - und die Aktie klettert. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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