Drägerwerk: Wie es nach der erhöhten Prognose beim Medizintechnikkonzern weiter geht

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Drägerwerk-Aktie nach angehobener Prognose im Höhenflug: Hoher Auftragseingang stimmt Management zuversichtlich (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Die Papiere von Drägerwerk haben einen richtigen Lauf. Seit dem Jahreswechsel kletterte die Aktie um 30% in die Höhe. Vor allem die jüngst angehobene Prognose hat den Optimismus der Anleger förmlich beflügelt.

Drägerwerk – Familienunternehmen mit Tradition….

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen Drägerwerk gerne im Detail vorstellen. Bei den Lübeckern handelt es sich nämlich um eine richtige Traditionsfirma, die bereits im Jahr 1889 gegründet wurde und sich seither (in der fünften Generation) zum Großteil in Familienbesitz (>71% der Aktien) befindet.

…..und breiter Produktpalette

Drägerwerk entwickelt, produziert und vertreibt seither Geräte und Systeme in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Krankenhäuser, Feuerwehren, Rettungsdienste, Behörden, Militär, Bergbau sowie die Industrie. Dabei ist die angebotene Produktpalette ausgesprochen vielfältig: Zu den Produkten gehören Anästhesiearbeitsplätze, Beatmungsgeräte, Patientenmonitoring, und Geräte für die Versorgung von Neugeborenen und speziell auch Frühchen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch IT-Lösungen für den OP und Gasmanagementsysteme und bietet so eine umfassende Ausrüstung für Krankenhäuser.

Im Bereich Sicherheit bedient die Gesellschaft ihre Kunden mit Atemschutzausrüstungen, Gasmesssystemen, Tauchtechnik oder Alkohol- und Drogenmessgeräten.

Coronavirus sorgt für Rückenwind

In der „Corona-Krise“ zeigte Drägerwerk eine deutlich dynamisierte Geschäftsentwicklung. Die erhöhte Nachfrage nach Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräten für Krankenhäuser beflügelt die Geschäfte. Offenbar handelt es sich bei der Entwicklung aber um keine Eintagsfliege, wie die gerade nach oben geschraubte Jahresprognose deutlich macht. Sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis hat das Unternehmen die Anleger positiv überrascht.

Nur minimaler Umsatzrückgang nach Rekordjahr

Das vergangene Geschäftsjahr verlief ausgesprochen stark. Die Umsätze schossen währungsbereinigt um 25,7% auf 3,41 Milliarden Euro in die Höhe. Der Grund für die gute Entwicklung war die Sonderkonjunktur bei Beatmungsgeräten und FFP-Schutzmasken. Ursprünglich ging das Management von einem deutlichen Abflachen der Dynamik aus und stellte die Anleger für 2021 auf einen Umsatzrückgang um 7 bis 11% ein. Nun soll der Umsatz aber währungsbereinigt nur um 2 bis 6% schwächer ausfallen.

Ordereingang über Erwartungen

Als Grund verweist der Konzern unter anderem auf den starken Auftragseingang, der die Erwartungen offenbar deutlich übertroffen hat. Zumal die Nachfrage an Produkten zur Behandlung von Covid-19 Patienten weiterhin anhält.

Das soll sich auch bei der Profitabilität positiv bemerkbar machen. Beim Ergebnis vor Steuern peilt Drägerwerk eine Spanne zwischen 8 und 11% an. Das liegt immerhin 3 Prozentpunkte oberhalb der ursprünglichen Planung. Für Sie zum Vergleich: Im Ausnahmejahr 2020 versechsfachte sich das  EBIT auf 396,6 Millionen Euro, was einer EBIT-Marge von 11,6% entspricht.

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Drägerwerk präsentiert sehr gute QuartalszahlenDie Drägerwerk AG & Co. KGaA ist ein Corona-Profiteur. Dies zeigen die gestern vorgestellten Quartalszahlen, die sehr positiv ausgefallen sind. › mehr lesen


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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