EPAM Systems: Nach der Kursrallye kein Schnäppchen mehr

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Zahlreiche Cloud-Aktien sind als Gewinner der Coronakrise inzwischen zum Teil sehr hoch bewertet. Aber es gibt Unterschiede. (Foto: ESB Professional / shutterstock.com)

Die Corona-Pandemie hat den meisten Cloud-Aktien nochmals einen Schub verschafft. Kein Wunder, profitieren doch zahlreiche Cloud-Unternehmen von der Beschleunigung der Digitalisierung und Automatisierung durch die Krise.

Allerdings sind die Bewertungen dieser Krisengewinner kräftig angestiegen. Viele Cloud-Gewinner sind inzwischen sehr ambitioniert bewertet. Heute stelle ich Ihnen einen Wert vor, der zumindest im Branchenvergleich noch einigermaßen annehmbar bewertet ist – auch wenn man nicht gerade von einem Schnäppchen sprechen kann.

Unternehmensportrait

EPAM Systems zählt zu den weltweit führenden Anbietern für Software aus den Bereichen Produktentwicklung und -design sowie für die Optimierung von Produktlebenszyklen und vertreibt diese über die Cloud.

Der US-Konzern hat sich damit auf eine lukrative Nische im gigantischen Markt für Unternehmens-Software spezialisiert, der von den Standardprodukten großer Anbieter wie SAP, Microsoft und IBM nur unzureichend abgedeckt wird. Zu den Kunden von EPAM Systems zählen Weltkonzerne wie Coca-Cola, General Electric, Colgate Palmolive, SAP, die Hotelkette Four Seasons, Barclays und Adidas.

Zukunftstrends KI und Big Data

Die Analyse der immer größer werdenden Datenmengen (Stichwort Big Data) gewinnt für die zahlreichen Unternehmenskunden zunehmend an Bedeutung. Die Software von EPAM Systems unterstützt die Kunden, in kurzer Zeit die richtigen Entscheidungen bei der Produktentwicklung zu treffen. Bei der Optimierung seiner Software setzt EPAM Systems auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.

Und das mit Erfolg: So hat das unabhängige Forschungsunternehmen Forrester das Analysetool von EPAM 2018 als eine der besten Plattformen für Textanalyse mittels künstlicher Intelligenz ausgezeichnet.

Starkes 1. Quartal 2021

Der Start ins neue Jahr verlief für den Cloud-Boom-Profiteur ausgezeichnet: Der Umsatz kletterte im 1. Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um +20% auf 781 Mio. US-Dollar (Prognose: 766 Mio.) und der Gewinn um +27% auf 1,81 US-Dollar pro Aktie (Prognose: 1,68).

Aufgrund der starken Nachfrage nach seiner Cloud-Software zeigt sich das Unternehmen optimistisch für das laufende Jahr und prognostiziert für 2021 ein Umsatzwachstum von +29% und einen Gewinn pro Aktie in einer Spanne von 7,54 bis 7,76 US-Dollar. Auch das liegt über den bisherigen Analystenprognosen von +26% Umsatzwachstum und 7,57 US-Dollar Gewinn pro Aktie.

Kein Schnäppchen, aber auch nicht so hoch bewertet wie viele Konkurrenten

Lange Zeit war die EPAM-Aktie relativ günstig zu haben. Darauf hatte ich Sie in der Vergangenheit auch schon hingewiesen. Doch die starke Kursentwicklung zeigt sich inzwischen auch in der Bewertung. Das 2021er KGV ist auf über 60 geklettert, das KUV liegt bei über 8. Schnäppchenpreise sind dies wirklich nicht mehr.

Aber im Vergleich zu anderen boomenden Cloud-Werten mit ähnlich hohen Wachstumsraten liegt EPAM Systems damit eher unter dem Durchschnitt. Einen näheren Blick ist die Aktie damit allemal wert. Vielleicht ergibt sich in einer Marktkorrektur eine etwas günstigere Einstiegsgelegenheit.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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