LPKF-Aktie nach Großauftrag aus der Halbleiterbranche deutlich fester

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LPKF-Aktie nach Großauftrag mit Kurssprung: Millionenschwerer Auftrag aus der Halbleiterbranche lässt Anleger jubeln (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Die LPKF Laser-Aktie führte gestern mit einem Kursplus von über 6% die Gewinnerliste im Tec-DAX an. Auch wenn die Papiere damit einen Teil der jüngsten Verluste wieder aufgeholt haben, seit dem Jahreswechsel liegen die Anleger mit der Aktie immer noch rund 20% in der Verlustzone. Doch die Meldung, die für den gestrigen Kurssprung den Ausschlag gab, lässt die Anleger hoffen. Immerhin konnte der Laserspezialist einen wichtigen Folgeauftrag aus der Halbleiterbranche an Land ziehen.

Mit Lasersystemen zum Erfolg

Bevor wir auf den jüngsten Auftrag eingehen, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell erst einmal näher vorstellen. Mit über 600 Mitarbeitern ist LPKF Laser & Electronics AG (die Abkürzung steht für ‘Leiterplatten-Kopierfräsen’) ein deutscher Hersteller von Maschinen und Lasersystemen zur Mikromaterialbearbeitung. Diese kommen in der Elektronikfertigung, der Medizintechnik, der Automobilbranche und im Solarbereich zum Einsatz. Zentrales Element der Systeme ist ein Laserstrahl, der zur Bearbeitung von Oberflächen eingesetzt wird. Kunden verwenden diese Technologie zum einen bei der Entwicklung und Bearbeitung von Leiterplatten. Zum anderen setzen immer mehr Produzenten auf Laseranlagen, die zum Teil herkömmliche Produktionsverfahren ablösen.

LPKF mit ereignisreicher Unternehmensgeschichte

Nachdem der Konzern bis 2014 auf der Erfolgswelle surfte, folgte für LPKF eine schwere Zeit. Das einstige Wachstumsgeschäft der früheren Jahre, die LDS-Sparte, brach regelrecht weg. Mit den LDS-Maschinen lasern Leiterbahnen direkt auf Kunststoff auf – eine platzsparende Technologie, die vor allem von Handy- und Tablet-Produzenten genutzt wird. Hier wurden in den Vorjahren so viele Maschinen abgesetzt, dass jetzt schlichtweg kein Bedarf mehr für neue Geräte vorhanden war.

Der Umsatzrückgang in diesem Bereich konnte auch durch ein anziehendes Geschäft mit Systemen zum Schneiden von Leiterplatten nicht ausgeglichen werden. Unterm Strich rutschte der Konzern in die roten Zahlen und musste 2015 und 2016 zum ersten Mal in der mehr als 40-jährigen Firmengeschichte einen Verlust verbuchen.

Turnaround geglückt

Doch mit striktem Kostenmanagement und einer Diversifizierung auf noch breitere Abnehmerbranchen gelang dem Garbsener Konzern ein eindrucksvoller Turnaround. Seit 2017 schreibt der Laserspezialist wieder schwarze Zahlen. Selbst nach einem 31%-igen Umsatzrückgang auf 96,24 Millionen Euro im Corona-Jahr 2020 blieb der Garbsener Konzern profitabel. Am Ende stand immer noch ein kleiner Nettogewinn von 5,34 Millionen Euro in den Büchern.

Folgeauftrag sorgt für Phantasie

Nun hat LPFK mit einem Folgeauftrag aus der Halbleiterbranche für seine LIDE-Technologie für Aufsehen gesorgt. Demnach hat ein weltweit führender Chiphersteller weitere Systeme bei den Niedersachsen bestellt. Das Auftragsvolumen liegt zwischen 5 und 8 Millionen Euro und soll im Wesentlichen 2022 umsatzwirksam werden. Zum Hintergrund: Die LIDE-Technologie wird in der Serienfertigung von Glaswafern in der Halbleiterindustrie eingesetzt. Damit lässt sich dünnes Glas schnell, präzise und ohne Beschädigungen wie Mikrorisse bearbeiten. Das Verfahren ist eine Grundlagentechnologie für viele Bereiche der Mikrosystemtechnik, wie zum Beispiel für die Fertigung von Mikrochips, Displays oder Sensoren.

Laut LPKF hatte der Kunde bereits Anfang vergangenen Jahres ein LIDE-System installiert und nach einer Qualifizierungsphase zunächst für die eigene Produktentwicklung genutzt. Nun sind offenbar weitere LIDE-Systeme geordert worden, um in die Volumenproduktion von elektronischen Bauteilen mit Chipgehäusen aus Glas einzusteigen.

Langfristig deutliches Wachstum und höhere Margen erwartet

Mit dem Folgeauftrag sieht sich der Konzern in seiner Wachstumsstrategie bestätigt: Für das laufende Geschäftsjahr peilt die Gesellschaft einen Umsatzanstieg auf 110 Millionen Euro bis 120 Millionen Euro an, was einem Wachstum zwischen 15 und 25% entspricht. Gleichzeitig soll die Gewinnspanne vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwischen 10 und 13% liegen. Bis 2024 soll dann der Umsatz auf 360 Millionen Euro gesteigert und eine Marge von mindestens 25% erreicht werden.

USA Aktienmarkt – ado Alexander Sánchez

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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