Nemetschek will weiter wachsen

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Die Aktie von Nemetschek hat sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt. Geht es trotz hoher Bewertung weiter aufwärts? (Foto: Have a nice day / shutterstock.com)

Weiterhin sind die Aktienmärkte irgendwo zwischen Corona und der bevorstehenden Amtsübernahme durch den gewählten US-Präsidenten Biden gefangen. Dabei gibt es aber schon jetzt Unternehmen, die von sich reden machen und von einer Beruhigung der derzeit externen Faktoren profitieren. Ein Wert ist die im MDAX gelistete Nemetschek SE.

Unternehmensportrait

Die Nemetschek SE ist in der Entwicklung und der Vermarktung integrierter Software spezialisiert, die der Gebäudekonzeption, -konstruktion, und -verwaltung gewidmet sind. In einer Branche also, die auch künftig boomen wird.

Positive Aussichten

Insgesamt zeigt sich Nemetschek sehr optimistisch für die Zukunft: Dabei soll sich der Umsatz in den nächsten Jahren von 557 Mio. Euro auf nahezu 1 Mrd. Euro verdoppeln.

Eigentlich positive Aussichten – doch der Unternehmenschef warnt: Zu hohe Wachstumserwartungen sollten nicht vorhanden sein – es könnte immer noch Nachschwappeffekte geben Allerdings habe die Baubranche weiterhin einen erheblichen Nachholbedarf bei der Digitalisierung – gerade die Pandemie hat dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Als Grundpfeiler des künftigen Wachstums könnten auch Übernahmen fungieren, die weiterhin angestrebt werden. Dabei ist sich das Unternehmen bewusst, dass die Preise in der Branche in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. Zudem muss auch darauf geachtet werden, dass die Komplexität, trotz der im Zuge von Übernahmen mittlerweile 16 Konzernmarken, nicht ausufert. So sollen die Töchter enger zusammengeführt und den Kunden integrierte Lösungen angeboten werden, so der Wunsch und auch die Erwartungen des Konzerns, die diesen Prozess aber bislang recht gut umgesetzt haben.

Risiken bekannt

Zum Ende des vergangenen Jahres kam es dennoch zu zwischenzeitlich deutlichen Minuszeichen der Aktie. Hintergrund waren die Risiken, die dem Softwareanbieter drohen. So wurde bekanntgegeben, dass große Infrastrukturprojekte unter den von der Corona-Pandemie angespannten öffentlichen Budgets künftig genauso leiden wie private Bauvorhaben infolge einer allgemeinen Investitionszurückhaltung.

Auch wenn diese Unternehmensnachricht zunächst erschreckte, so muss doch betont werden, dass die Geschäfte insgesamt besser laufen als gedacht und die Prognose am Ende des dritten Quartals sogar angehoben wurde. So soll der Umsatz im Gesamtjahr im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen.

Zuvor hatte Nemetschek mit einem stabilen bis leicht wachsenden Erlös kalkuliert. Die operative Marge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dürfte mit 28 bis 29 % ebenso besser ausfallen als bisher mit über 26% geplant. Eine weitere positive Überraschung sollte da durchaus möglich sein.

Aktie nicht gerade ein Schnäppchen

Mit einem zu erwartenden Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 60 in diesem Jahr ist die Aktie recht ambitioniert bewertet. Die längerfristig investierten Aktionäre hatten trotzdem viel Freude an der Aktie des Bausoftwarespezialisten. Vor rund 4 Jahren lag der Kurs der Aktie bei unter 20 Euro – im Mai des vergangenen Jahres wurde ein Höchststand bei mehr als 74 Euro erzielt.

2020 legte die Aktie eine Verschnaufpause mit unterm Strich minimalem Zuwachs ein. Diese könnte aufgrund der hohen Bewertung durchaus noch eine ganze Weile anhalten. Auf lange Sicht sehe ich jedoch gute Chancen, dass Nemetschek seine Erfolgsgeschichte fortsetzen kann.

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Nemetschek: Ein seltener LichtblickWährend zahlreiche Unternehmen pessimistischer werden, besteht für Nemetschek überhaupt keinen Grund dazu.  › mehr lesen


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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