Thermo Fisher: Corona-Profiteur startet mit Rückenwind ins neue Jahr

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Der US-Diagnostik-Konzern profitiert von der Pandemie auf breiter Basis und legte glänzende Quartalszahlen vor. (Foto: Production Perig / shutterstock.com)

Im Vorjahr blitzte der US-Konzern Thermo Fisher bei den Aktionären von Qiagen mit seinem Übernahmeangebot ab. Den Geschäften tat dies keinen Abbruch. Thermo Fisher zählte schon 2020 zu den großen Profiteuren der Corona-Pandemie und lieferte auch für das 1. Quartal 2021 herausragende Zahlen ab.

Unternehmensportrait

Thermo Fisher Scientific ist mit 70.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 30 Mrd. US-Dollar der weltweit größte Lieferant für wissenschaftliche Anwendungen im Medizinbereich. Der Konzern stattet überall auf der Welt Labore mit Analyse- und Diagnosegeräten, Laboreinrichtungen, Gebrauchsmaterialien sowie Inhaltsstoffen für die Pharmaindustrie (z.B. Antikörper und Chemikalien) aus. Das Produktportfolio umfasst über 125.000 Produkte.

Pandemie-Profiteur auf breiter Basis

Von der Pandemie erhält Thermo Fisher für seine Geschäfte Rückenwind auf breiter Basis.  Zum einen bietet Thermo Fisher COVID-19-Diagnosetests und Analysegeräte an. Ein erster COVOD-19-Test erhielt bereits im März 2020 die Zulassung. Außerdem unterstützt das Unternehmen die Labore bei der Probenvorbereitung und Ausweitung der Testkapazitäten.

Zum anderen profitiert Thermo Fisher generell enorm von Anstieg der Forschungstätigkeiten in der Pharma- und Biotech-Branche. Denn je mehr Forschung getätigt wird, desto größer fällt der Bedarf an diagnostischer Grundausrüstung wie Mikroskopen, Zentrifugen und DNA-Reinigungsgeräten aus. Auch pharmazeutische Gebrauchsmaterialen wie Flaschen, Spritzen, Pipetten und Röhrchen werden verstärkt nachgefragt.

Hinzu kommen Inhaltsstoffe für die Pharmaindustrie wie Antikörper und Chemikalien, die bei der Entwicklung und Herstellung von Medikamenten und Impfstoffen zum Einsatz kommen. All das hält die umfangreiche Produktpalette von Thermo Fisher bereit.

Laut Thermo Fisher hat das Unternehmen weltweit 250 Forschungsprojekte zu COVID-19-Impfstoffen und -Medikamenten mit seinen Produkten unterstützt. Damit hat Ihr Depotwert dazu beigetragen, dass die Impfstoffe in Rekordzeit entwickelt werden konnten und der Kampf gegen das Coronavirus gewonnen werden kann. Außerdem ist Thermo Fisher an mehr als der Hälfte aller weltweiten COVID-19-Tests beteiligt, sei es durch Testkits, Instrumente oder Reagenzien.

Glänzende Ergebnisse im 1. Quartal

Wie glänzend die Geschäfte derzeit laufen, unterstreichen die jüngsten Quartalsergebnisse des US-Konzerns. Thermo Fisher steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal um satte +59% auf 9,91 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn kletterte sogar um +145% auf 7,21 US-Dollar pro Aktie. Beide Werte lagen deutlich über den Analystenprognosen von 9,72 Mrd. US-Dollar Umsatz und 6,65 US-Dollar Gewinn je Aktie.

Für Langfristanleger interessant

Nach den deutlichen Kursgewinnen im Vorjahr gönnt sich die Aktie von Thermo Fisher in diesem Jahr mit einer Seitwärtsbewegung eine wohlverdiente Verschnaufpause. Für langfristig orientierte Anleger ist die Aktie aber auf jeden Fall einen näheren Blick wert, auch wenn die Bewertung kein Schnäppchen mehr ist.

Branchen – industrieblick ado

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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