Zebra Technologies: KI-Hype treibt Aktie auf neues Rekordhoch

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Zebra Technologies reitet die KI-Welle: Aktie erreichte höchstes Niveau seit dem Börsengang im Jahr 1991 (Foto: Panchenko Vladimir / shutterstock.com)

Das Schlagwort Künstliche Intelligenz (kurz KI) ist in aller Munde und hat in den letzten Jahren bei einigen Aktien für zum Teil spektakuläre Kursbewegungen gesorgt. Auch die Papiere des US-Konzerns Zebra Technologies konnten von dieser Euphorie profitieren. In den zurückliegenden fünf Jahren hat sich die Aktie um mehr als 470% verteuert. Inzwischen kommt die Firma auf einen Börsenwert von über 16 Milliarden Dollar.

Was macht die Firma mit dem Tiernamen aber eigentlich? Ist die starke Kursentwicklung fundamental gerechtfertigt und was halten die Analysten von der Aktie?

Wer hinter Zebra Technologies steckt

Soviel vorab: Auch wenn die Firma hierzulande eher unbekannt sein dürfte, Zebra Technologies ist beileibe kein Startup mehr. Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 1969 gegründet und beschäftigt inzwischen über 8.200 Mitarbeiter. Die in Illinois ansässige Gesellschaft ist auf die Herstellung von Barcode-Druck- und Lesetechnologien spezialisiert.

Die Firma ist auch ein Anbieter von Enterprise Asset Intelligence und stellt Anwendungen zur Kontrolle von Maschinen und Arbeitsprozessen her. Beispiele von diesen Produkten und Arbeitsprozessen sind Datenfassungssysteme wie Drucker, Barcode Scanner sowie auch Echtzeit-Ortungssysteme und Radiofrequenz-Überwachungsmodule.

Datenverfügbarkeit treibt Automatisierung voran

Dabei profitiert Zebra Technologies von der Automatisierungswelle, die quer durch zahlreiche Industrien rollt. Die zunehmende Verbreitung von IT und internetbasierter Automatisierung in Einzelhandel, Logistik und Produktion bedeutet, dass immer mehr Daten erfasst und analysiert werden müssen. Hier kommen Zebras Produkte ins Spiel.

Die mobilen Computer und RFID (Radiowellen-Identifikations)-Geräte erfassen in Echtzeit jede Menge Daten, was Unternehmen dabei hilft, ihre Roboter zu überwachen und die Produktivität zu steigern. Das geht so weit, dass sogar Spieler in der National Football League (NFL) mit RFID-Tags ausgestattet sind, um ihre Leistung in Echtzeit zu überwachen.

Kräftiges Wachstum in den letzten Jahren

Mit seiner Positionierung konnte der US-Konzern in den zurückliegenden Jahren beachtliche Zuwachsraten erreichen. Seit 2013 kletterte der Umsatz von 1,67 Milliarden Dollar auf 4,48 Milliarden Dollar in 2019. Zeitglich verbesserte sich der Gewinn um 300% auf 544 Millionen Dollar.

Im vergangenen Quartal (Ende September) gingen bei Zebra Technologies Umsätze in Höhe von 1,13 Milliarden Dollar durch die Bücher. Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 116 Millionen Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Analysten sowohl beim Umsatz (1,07 Milliarden Dollar) als auch beim Gewinn (2,81 Dollar je Aktie)  deutlich übertroffen.

Pandemie sorgt vorübergehend für Bremsspuren

Allerdings machten sich in diesem Jahr auch die Folgen der Corona-Pandemie negativ bemerkbar. Die durch die Pandemie verursachte wirtschaftliche Störung hat sich auf Zebras kleinere Kunden und bestimmte Märkte, wie den stationären Einzelhandel, negativ ausgewirkt. Für 2020 geht die Konzernführung daher von einem minimalen Umsatzminus von 2% aus.

Die Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll zudem auf Grund von Sondereffekten „nur“ bei rund 20% liegen. Allein höhere Transportkosten dürften das Ergebnis mit 30 Millionen Dollar belasten, zusätzlich 10 Millionen Dollar an Belastungen ergab sich durch die Zollstreitigkeiten mit China.

Analysten erwarten weiteres Wachstum

Was die längere Sicht angeht, sind die Analysten positiv gestimmt. Im Schnitt erwarten die Banker einen Umsatzanstieg auf 5,54 Milliarden Dollar in den kommenden drei Jahren. Gleichzeitig soll sich der Gewinn von 12,16 auf 18,78 Dollar je Aktie bis 2023 erhöhen. Die Kursziele bewegen sich derzeit zwischen 320 und 440 Dollar je Aktie, während die Papiere momentan bei 378 Dollar notieren.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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