+++ NEU: Die kostenlosen Online Live Webinare 2022 - Trading, Finanzen, Geldanlage & Vermögen +++

Bundesgerichtshof: Gebühren für Darlehenskonten sind unzulässig

Inhaltsverzeichnis
Groß ist die Fantasie der Banken, wenn es darum geht, für angebliche Services Gebühren zu verlangen. So war es jahrelang verbreitet, für Darlehenkonten teilweise happige Gebühren zu verlangen. Meist waren das 12 bis 24 Euro, manchmal aber auch mehr. Jetzt hat der Bundesgerichtshof entschieden: Schluss damit. Diese Gebühr ist unrechtmäßig.

Der Fall: Ein Bankkunde hatte einen Baukredit aufgenommen. Seine regelmäßigen Zins- und Tilgungszahlungen schrieb die Bank auf einem Darlehenskonto gut. Kontoauszüge über dieses Konto erhielt er allerdings nicht – und auch sonst keine weiteren Informationen. Am Jahresende stellte ihm die Bank lediglich eine Bescheinigung fürs Finanzamt aus – das war alles. Trotzdem behielt die Bank pro Jahr 12 Euro Gebühren für die Kontoführung ein. Dagegen wehrte sich der Betroffene vor Gericht.

In der Tat bekam er recht: Gebühren für ein Darlehenskonto sind unzulässig, entschieden die Richter des Bundesgerichtshofs (7. Juni 2011, Az.: XI ZR 388/10). Denn der Kunde hat nichts von einem solchen Konto. Seine Zahlungspflichten und die geleisteten Zahlungen kann er genausogut seinem Kreditvertrag oder dem Zins- und Tilgungsplan entnehmen.

Was nur den einen Schluss zulässt: Ein solches Darlehenskonto dient ausschließlich der kreditgebenden Bank. Sie hat die Pflicht, eingehende Darlehensraten ordnungsgemäß zu verbuchen. Somit ist das Darlehenskonto lediglich dazu da, eine ohne laut Darlehensvertrag bestehende Verpflichtung zu erfüllen. Für das Gericht steht somit fest: Das Darlehenskonto ist keine Sonderleistung, also kein Service im Dienste des Kunden. Folglich darf die Bank auch keine Gebühren dafür erheben.

Sie möchten wissen wie es weiter geht?
Jetzt kostenlos für unseren Börsen-Ratgeber anmelden
Hrsg.: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Hiermit melde ich mich zum kostenlosen Newsletter „Gelfarths Dividenden Telegramm“ an. Jederzeit kündbar. Datenschutzhinweise