Bundestagswahl und Hexensabbat im Fokus

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Heute fand der große Verfallstag an den Terminbörsen statt. Zudem hat die anstehende Bundestagswahl auch in dieser Woche schon die Aktienkurse beeinflusst. (Foto: eyeofpaul/AdobeStock)

Blicken wir zum Wochenschluss noch auf zwei wichtige Ereignisse, die in dieser Woche die Aktienkurse bewegt haben: Nummer 1 ist die Bundestagswahl, die am Sonntag nächster Woche stattfindet. Die Aussicht auf eine rechnerisch möglichen Rot-Grün-Roten Koalition hat in dieser Woche die Kurse leicht unter Druck gesetzt.

Aus meiner Sicht ist das Zustandekommen einer solchen Koalition aber unwahrscheinlich. Hinzu kommt: Politische Börsen haben generell eher kurze Beine (beeinflussen Aktienkurse nur kurzfristig). Die Börsen werden zudem stärker von der Geldpolitik der Notenbanken beeinflusst als vom Ausgang der Bundestagswahl. Insofern können wir dieses Ereignis mit großer Wahrscheinlichkeit Ende des Monats schon abhaken.

Der dreifache Hexensabbat

Blicken wir auf das Ereignis Nummer 2: Dabei handelt es sich um den sogenannten „dreifachen“ Hexensabbat, der am heutigen Freitag zum dritten Mal in diesem Jahr stattfand. Der dreifache Hexensabbat (Triple Witching Day) findet an jedem dritten Freitag im jeweils dritten Monat eines Quartals statt.

Er ist auch als großer Verfallstag bekannt, da an diesem Tag weltweit an den großen Terminbörsen drei gleiche Arten von Anlagen verfallen: die Optionen auf Einzelaktien, die Optionen auf Indizes und die Terminkontrakte auf Indizes.

Rund um den dreifachen Hexensabbat geht es an den Börsen traditionell etwas hektischer zu, da viele Fonds, Hedgefonds und Investmentbanken in Terminkontrakten investiert sind, die an diesem Tag um 12 Uhr abgerechnet werden. Im Vorfeld wird stets versucht, die Basisindizes durch Käufe und Verkäufe in die gewünschte Richtung zu schicken.

Tag der Entscheidungen

Am Hexensabbat entscheidet sich für viele große Marktteilnehmer, ob sie mit ihren Investitionen in Derivate einen Gewinn oder einen Verlust machen. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich bei den Investitionen um Wetten auf bestimmte Kurse.

Die beteiligten Marktteilnehmer versuchen, die Kurse in die gewünschte Position zu bringen, damit die eingegangene Wette aufgeht. Ein Beispiel: Mit einer Option wird das Recht erstanden, eine Aktie zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen. Liegt der Kurs der Aktie mittlerweile über dem festgelegten Basispreis, macht man als Besitzer der Option einen Gewinn. Andere Investoren haben dagegen auf fallende Kurse gewettet.

Unterschiedliche Interessen sorgen für größere Schwankungen

Da also die Interessen der verschiedenen Marktteilnehmer sehr unterschiedlich sind, versuchen diese, die Kurse in die jeweils gewünschte Position zu bringen.

Auf diese Weise kann es innerhalb kürzester Zeit zu einem sehr großen Handelsvolumen mit heftigen Kursschwankungen kommen. Sie als Privatanleger können sich am großen Verfallstag zurücklehnen, da die am Hexensabbat oftmals zu beobachtenden größeren Kursschwankungen keinen nachhaltigen Einfluss auf die Kursentwicklung haben.

Nutzen Sie daher die freie Zeit, um die Halbjahreszahlen und Prognosen Ihrer Depot-Werte zu studieren. Am Ende entscheiden noch immer Umsatz und Gewinn über die Entwicklung der Aktienkurse.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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