Das Ende des Bargelds, so wie wir es kennen

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Das Bargeld befindet sich immer stärker auf dem Rückzug. Geht es nach einigen Experten, soll es sogar ganz abgeschafft werden – das hätte massive Folgen... (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Das Ende des Bargelds steht bevor.

Das hört sich im ersten Moment dramatisch an.

Doch immer häufiger kommt heute die Forderung nach elektronischem Geld oder einer Kartenwährung.

Dieses Zahlungsmittel wird dabei immer als besonders modern dargestellt, während die herkömmlichen Scheine und Münzen als altmodisch und unbequem verunglimpft werden.

Hier stellt sich die Frage, ob diese Annahme berechtigt ist und ob Kartengeld wirklich einen Fortschritt oder vielleicht doch eine Gefahr darstellt.

Was Geld eigentlich ist

Zuerst sollte einmal geklärt werden, was Geld überhaupt ist.

Am Anfang der Anlageformen steht das Bargeld. Und das ist gewissermaßen die Grundform der Geldanlagen, auf welche alle anderen aufbauen.

Damit ist Bares von vornherein die liquideste Anlageform mit dem schnellsten Zugriff.

Hier lohnt es sich, sich darüber klar zu werden, was den entscheidenden Unterschied zwischen Bargeld und damit aufgebauten Geld-Forderungen darstellt.

Bargeld-Umlauf beeinflusst die Preis-Entwicklung

Den wenigsten Menschen ist der Unterschied zwischen Geld und Geld-Forderungen bekannt.

Geld sind die Scheine und Münzen, gegen die im Laden Waren gekauft werden können. Geld-Forderungen sind auf dem Papier oder im Computer verbuchte Guthaben und werden deshalb auch Buchgeld genannt.

Unter Geld-Forderungen fallen demnach alle Anlageformen wie Anleihen, Schuldverschreibungen, Sparbuch, Kreditkarten und auch das Girokonto.

Geld ist ein Dokument, welches die Kaufkraft verbrieft. Geldforderungen sind Versprechen des Geld-Inhabers, dieses wieder zurückzuzahlen.

Wird dieses Versprechen gebrochen, so verliert die Geld-Forderung ihren Wert. Eine Anleihe eines bankrotten Staates beispielsweise ist genauso wertlos wie das Girokonto bei einer bankrotten Bank.

Die für die Wirtschaft entscheidende Größe sind nicht die Zahlungs-Versprechen, sondern die verbrieften Rechte.

Wichtig ist, dass Geld-Forderungen zwar den Zahlungs-Verkehr erleichtern, beispielsweise indem Beträge überwiesen werden können, statt umständlich transportiert zu werden, jedoch keinen Einfluss auf den Preis-Stand und damit auf die wirtschaftliche Entwicklung haben.

In einer empirischen Untersuchung der Gesamthochschule Siegen wurde erkannt, dass nur das umlaufende Bargeld-Volumen einen Einfluss auf die Preis-Entwicklung hat, sich jedoch keine Korrelation zum Sicht-Guthaben finden ließ.

Geforderte Abkehr vom Bargeld hätte schwerwiegende Folgen

Aber genau diesen Aspekt beachten heute immer weniger Akteure auf dem Finanzmarkt. Vielmehr sollen wir alle immer mehr dazu verleitet werden, alle wichtigen Geldgeschäfte nur noch bargeldlos abzuwickeln.

Das hätte jedoch massive Folgen für wirtschaftliche Entwicklung…

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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