Das Investmentbanking erlebt eine Renaissance

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Im 1. Quartal stiegen die Gewinne bei fast allen Instituten. Einer der Haupttreiber der Gewinne ist das Investmentbanking. (Foto: unknown)

Hohe Rückstellungen für Kreditausfallrisiken verhagelten vielen Banken 2020 die Bilanz. Das Bild hat sich mittlerweile aufgehellt. Die Rückstellungen waren deutlich geringer und konnten zum Teil sogar wieder aufgelöst werden. Im 1. Quartal stiegen die Gewinne fast bei allen Instituten wieder an. Ein wesentlicher Treiber der Gewinne ist das Investmentbanking. Der Handel mit Aktien und Anleihen blüht auf. So gelang es selbst der Deutschen Bank, wieder in die Gewinnzone zu kommen.

Das Geldhaus wollte sich eigentlich längst von den volatilen Geschäften im Handelsgeschäft unabhängig machen. Die Gewinne werden jetzt aber gerne mitgenommen. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der UniCredit. Die Italiener stehen mit dem Rücken zur Wand, konnten aber durch das boomende Investmentbanking wieder einen Gewinn erzielen.

Sparprogramme gehen weiter

Nahezu alle europäischen Banken arbeiten an Sparprogrammen. Die Zahl der Filialen wird so schnell wie möglich verringert. Prozesse werden standardisiert und in die Cloud verlagert. Die Banco Santander will bis 2023 vollständig in der Cloud arbeiten. Um das Vorhaben schnell umzusetzen, wurden 3.000 neue IT-Mitarbeiter eingestellt. Parallel dazu verlieren die Filialen weiter an Bedeutung. Die Zahl der Mitarbeiter wird teils mit großzügigen Abfindungsprogrammen reduziert. Die Commerzbank bietet Vorruhestandsregelungen für Mitarbeiter ab 53 Jahren an, um 10.000 der weltweit 40.000 Stellen abzubauen.

Archegos-Pleite wird zum Lehrgeld

Die Pleite des Hedge-Fonds Archegos verursachte bei zahlreichen Finanzinstituten Verluste. So meldete UBS, dass der Ausfall eines US-Kunden im Investmentbanking einen Vorsteuerverlust von 774 Mio. $ nach sich zog. Zahlreiche Risikovorstände mussten nach dem Vorfall ihre Bank verlassen. Dabei zeigt der Fall nicht zuletzt grundsätzliche Schwächen im Geschäft mit Hedge-Fonds auf.

Wie andere Banken überprüft die UBS ihre Risiko-Management-Prozesse, um Verluste dieser Art künftig zu vermeiden. Hedge-Fonds haben in Bezug auf ihre gesamten Positionen am Markt andere Offenlegungspflichten als Family-Offices, die im Segment Prime Brokerage betreut werden. Später habe sich gezeigt, dass Positionen in denselben Aktien mit anderen Banken aufgebaut wurden, was eine extreme Marktreaktion auslöste. Zudem räumte Hamers ein, einige Warnsignale nicht gebührend berücksichtigt zu haben.

Der Gründer des Hedge-Fonds wurde einst wegen Insiderhandel verurteilt, und einer seiner Fonds musste geschlossen werden. Die Börse kümmerte es wenig, denn ohne die Verluste durch die Archegos-Pleite wären die Ergebnisse im Investmentbanking nur noch höher ausgefallen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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