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Das „Risiko-Paradoxon“: Höhere Gewinne durch geringere Risiken

Inhaltsverzeichnis

In meinem Wochenausblick gestern habe ich Ihnen über den Absturz der Wirecard-Aktie berichtet. Innerhalb von sieben Handelstagen wurden 98% des Börsenwerts vernichtet. Wer jedoch am Freitag zum Handelsschluss eingestiegen ist, konnte seinen Einsatz bis heute Morgen verfünffachen.

Keine Frage, der ehemalige Highflyer ist zum Zockerpapier mutiert. Die Wirecard-Aktie ist der DAX-Wert, der aktuell die größte Volatilität, also die höchsten Kursausschläge, aufweist. Und zwar mit weitem Abstand.

Der Kurssprung von knapp über einem Euro auf über 6 Euro scheint zunächst zu bestätigen, was Ihnen als Anleger immer gesagt wird: Wer höhere Risiken eingeht, kann auch höhere Renditen erzielen. Heute möchte ich Ihnen erläutern, dass dies nicht stimmt.

Höheres Risiko – höhere Renditen? Keineswegs

In der Finanzmarkttheorie gilt es als unumstößliches Gesetz: Wer eine höhere Rendite erzielen möchte, muss dafür auch ein höheres Risiko in Kauf nehmen. Die rasante Kurserholung bei Wirecard scheint dies zu bestätigen. Wer das glückliche Händchen hatte und tatsächlich am Freitag eingestiegen ist, dem sei der schnelle Gewinn gegönnt. Klar ist aber auch: Solche Bewegungen zu antizipieren, ist pures Glück. Systematische dauerhafte Gewinne lassen sich mit solchen Spekulationen nicht erzielen.

Höheres Risiko, größere Gewinnchancen? Das ist die allgemeine, weit verbreitete Ansicht. Empirische Untersuchungen der Entwicklung an den Aktienmärkten zeigen überraschenderweise aber genau das Gegenteil. Bereits in den 1970er-Jahren fanden Wissenschaftler heraus, dass sich risikoarme Aktien, also Papiere mit niedriger Volatilität, langfristig besser entwickeln als risikoreiche Aktien mit hoher Volatilität.

Das „Risiko-Paradoxon“: Hohe Erträge durch geringes Risiko

Experten sprechen hierbei vom sogenannten „Risiko-Paradoxon“. Tatsächlich klingt es paradox, dass sich höhere Renditen erzielen lassen, indem Sie als Anleger auf eher „langweilige“ Aktien mit geringen Kursschwankungen setzen. Doch genau das beweisen statistische Untersuchungen.

Dr. Pim van Fliet und Jan de Koning, die Autoren des Buchs „High Returns From Low Risk“ (Hohe Erträge durch geringes Risiko), verwendeten bei ihrer Untersuchung einen Pool aus 1.000 US-Aktien und bildeten daraus zwei Depots, die quartalsweise angepasst wurden. In eines kamen immer die 100 Aktien mit der niedrigsten Volatilität, in das andere die 100 Werte mit der höchsten Volatilität.

Die beiden Autoren untersuchten die Entwicklung des amerikanischen Aktienmarkts seit 1929. Die Ergebnisse sind erstaunlich: Mit den risikoreichen Aktien wurden aus 100 investierten Dollar über einen Zeitraum von mehr als 80 Jahren gerade einmal knapp 1.000 Dollar. Das Portfolio mit den risikoarmen Papieren wuchs dagegen im gleichen Zeitraum auf einen Wert von über 10 Mio. Dollar an.

Höhere Risiken zahlen sich auf Dauer nicht aus

Auf lange Sicht lassen sich mit risikoarmen Papieren systematisch deutlich höhere Renditen erzielen als mit Aktien mit hoher Volatilität. Eine erstaunliche Erkenntnis, wie ich finde. Dass es sich auf lange Sicht nicht lohnt, höhere Risiken einzugehen, sollten Sie bei Ihren Investitionen im Hinterkopf behalten.