Das sind die wichtigsten Folgen eines Crashs

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Crash ist ein großes Wort, doch ich stelle immer wieder fest, dass viele Anleger hier v. a. die völlig falschen […] (Foto: macgyverhh/Shutterstock)

Crash ist ein großes Wort, doch ich stelle immer wieder fest, dass viele Anleger hier v. a. die völlig falschen Schlüsse ziehen.

Mit dem Wort „Crash“ verbinden die meisten eine „Hyperinflation“ oder meinen, dass „das Geld morgen nicht mehr gilt“.

Doch was passiert wirklich, wenn es zu einem Crash kommt?

Zuerst einmal muss man sich darüber klar werden, was Geld eigentlich ist, denn vieles wird heute mit dem Wort „Geld“ bezeichnet, was gar keines darstellt.

Geld sind ausschließlich die emittierten Münzen und Banknoten. Demgegenüber sind Guthaben auf Bankkonten nur Versprechen auf die Auszahlung von Bargeld.

Bankguthaben sind damit also kein Geld, sondern nur Geldversprechen! Wenn nun ein Crash kommt, dann sind sehr schnell immer mehr Banken zahlungsunfähig.

Darüber hinaus ist die Bargeldmenge mehr als 10 mal kleiner als die Buchgeldmenge. Das Bargeld kann also gar nicht sofort von der Bank ausgezahlt werden, sollten die besorgten Sparer dieses einmal abrufen wollen.

Dem vorhandenen Warenangebot steht dann nämlich nur noch die kleine Bargeldmenge gegenüber, da das Buchgeld bzw. Geldversprechen nicht mehr eine Geldeigenschaft ausüben und nicht mehr für Zahlungszwecke mangels Vertrauens genutzt werden kann.

Wenn im Crash Geldversprechen nicht mehr ausgezahlt werden (geschlossene Bankschalter), dann kann es keine Hyperinflation – oder gar Verschwinden der Währung – geben, denn die Geldmenge verringert sich.

Und das bedeutet eine Deflation.

Nach dem Crash kommt die Deflation

Eine Deflation jedoch hat vollkommen andere – sogar viel gravierendere – Auswirkungen auf den Einzelnen als eine Inflation.

In der Deflation müssen Sie damit rechnen, z. B. nicht mehr an Ihr Vermögen auf der Bank zu kommen, da die Bankschalter geschlossen sind.

Anders als in einer Inflation, werden Ihre Schulden in der Deflation aufgewertet. D. h., Sie müssen immer mehr für die Bedienung der Kredite arbeiten.

Während Sie in der Inflation keineswegs sofort Ihren Arbeitsplatz verlieren, da eine Geldmengen-Aufblähung sogar die Wirtschaft zusätzlich anheizt, sind in einer Deflation in kurzer Zeit sehr viele verschuldete Unternehmen bankrott und stellen die Produktion ein.

Gold und andere Edelmetalle nutzen Ihnen da auch wenig, da alle Sachgüter im Wert verfallen.

Die heutigen Vorstellungen der meisten Leute und auch der „Crash-Propheten“ gehen indes wiederum von falschen Vorstellungen aus.

Das liegt daran, dass die Geld-Begriffe verwechselt werden; es wird nicht zwischen richtigem Geld und bloßen Buchforderungen bzw. Geldversprechen unterschieden.

Da in jedem Crash jedoch Geldversprechen ungültig werden und diese heute 90% unseres Geld-Begriffes ausmachen, schrumpft deshalb in einer Wirtschaftskrise zwangsläufig die Geldmenge.

Fazit: Deflation ist die größte Gefahr

Eine Inflation kann deshalb nach einem Finanzcrash niemals sofort entstehen und war auch in der ganzen Geschichte noch nie so beobachtet worden.

Womit gerechnet werden muss, ist vielmehr eine Deflation!

V. a. Schuldner werden in der Deflation dann massiv getroffen, da deren Kredite deflationär aufgewertet werden.

Eine Deflation erfordert völlig andere Schutzmechanismen als heute lautschreiend von „Crash-Propheten“ propagiert wird.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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