DAX 30 Index: Kurzfristige Prognosen sind Glückssache

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Kurzfristige Prognosen für den DAX 30 Index nicht beachten, rät unser Börsenexperte Rainer Heißmann. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Am besten beachten Sie die täglichen Kursschwankungen überhaupt nicht, so lautet meine Empfehlung.

Und Prognosen der Medien zu den kurzfristigen Kursschwankungen sind in etwa so präzise wie das Lesen aus einer Kristallkugel oder aus dem Kaffeesatz.

Da können Sie sinnvoll Zeit sparen, wenn Sie diese gar nicht erst lesen.

Am 30. März 2015 konnte ich das wieder einmal exemplarisch beobachten:

Zu meinem morgendlichen Streifzug durch die Fachmedien gehört auch das Querlesen des Newsletters vom Handelsblatt. Der kam an besagtem Tag gegen 7:15 Uhr in mein Postfach.

Das Handelsblatt gibt darin unter anderem einen kurzen Überblick über die Prognosen, welche die Wirtschaftszeitungen zum DAX 30 Index geben. Unter dem Titel „Der DAX 30 Index steht still“ stand Folgendes zu lesen:

7:15 Uhr im Newsletter des Handelsblattes: Der DAX 30 Index steht still

Kopie aus dem morgendlichen E-Mail-Newsletter vom Handelsblatt:

Wochenlang war der deutsche Leitindex von einem Rekord zum nächsten geeilt. Doch in der vergangenen Woche war von der Euphorie so gut wie nichts mehr übrig. Das erste Mal seit zehn Wochen hat der DAX 30 Index keinen neuen Höchststand erreicht. Im Gegenteil: Nach deutlichen Abschlägen am Donnerstag, konnte er sich zum Wochenausklang mit Mühe und Not auf gut 11.900 Punkte retten. Die Luft ist erstmal raus, urteilt das Handelsblatt.

Vieles spreche dafür, dass der DAX 30 Index auch in der kommenden Woche nicht unbedingt zu neuen Höhen ansetzen wird. Der DAX 30 Index im Rückwärtsgang, titelt das Manager Magazin. Bei Anlegern wächst die Überzeugung, dass nach den enormen Kurssteigerungen seit Jahresbeginn die Zeit für eine DAX-Verschnaufpause gekommen ist. In der Woche vor Ostern dürften die Kurse am deutschen Aktienmarkt mehr oder weniger stillstehen, kommentiert Reuters. Börsianer lechzen nach Pause, meint auch n-tv.

Ende der Kopie.

DAX 30 Index: Statt prognostiziertem Stillstand deutliche Gewinne

Am Handelstag vor diesem Newsletter (Freitag, der 27. März 2015) hatte der DAX 30 Index mit 11.868 Punkten geschlossen.

Am Tag des obigen Newsletters notierte er gegen 10 Uhr mit 12.050 Punkten, entsprechend rund 1,5% im Plus.

Also war schon 1 Stunde nach Börseneröffnung alles Schall und Rauch, was mir vor Börseneröffnung für den Tag angekündigt wurde.

Und bis zum Schluss der elektronischen Börse Xetra kletterte der Kurs weiter bis auf 12.086 Punkte, entsprechend +1,8%.

DAX 30 Index: Kurzfristige Prognosen sind wie Lesen aus dem Kaffeesatz

Ich will die Prognosen der schreibenden Kollegen überhaupt nicht kritisieren. Auch ich könnte es nicht besser. Und ich habe keine Ahnung, wo der DAX in ein paar Stunden oder Tagen steht.

Bei kurzfristigen Prognosen hätte ich eine Trefferquote von circa 33,33%, denn: Da der DAX 30 Index steigt, fällt oder gleich bleibt, liegt die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Prognose bei 33,33%.

Deshalb sage ich auch grundsätzlich nichts zum DAX 30 Index von gleich oder morgen.

Meine Empfehlung: Sparen Sie Zeit!

Die Prognosen der Medien zu den kurzfristigen Kursschwankungen der Aktienmärkte sind in etwa so präzise wie das Lesen aus einer Kristallkugel oder aus dem Kaffeesatz.

Die kurzfristigen Prognosen sollten Sie nicht nur nicht beachten, sondern Sie können sich am besten die Zeit sparen, diese überhaupt erst zu lesen.

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Rainer Heißmann
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen. Mit Heißmanns Börsenkommentar bringt er wochentäglich die Börse auf den Punkt. Seine Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.

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