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Der Aktiensplit-Effekt

Inhaltsverzeichnis

Aktiensplits kommen zurzeit wieder schwer in Mode. Zuletzt kündigten mit der Google-Mutter Alphabet, Tesla und Amazon gleich drei amerikanische Börsenschwergewichte einen Aktiensplit an.

Obwohl sich durch die Kapitalmaßnahmen unter dem Strich für die Aktionäre nichts ändert – außer dass sich die Zahl der Anteilscheine erhöht -, wirken sie sich häufig positiv auf den Aktienkurs aus. Wie ich Ihnen heute zeigen werde, lässt sich das sogar statistisch belegen.

Aktiensplits sollen neue Anleger anlocken

Falls Sie nicht genau wissen, wie ein Aktiensplit funktioniert, möchte ich Ihnen zunächst kurz das Prozedere erläutern. Bei einem Aktiensplit gibt ein Unternehmen neue Anteilscheine aus. Die Zahl der gehandelten Aktien eines Unternehmens erhöht sich. Im Gegenzug sinkt der Aktienkurs.

Konkretes Beispiel: Bei einem Split im Verhältnis 2 für 1 verdoppelt sich die Zahl der gehandelten Aktien. Im Gegenzug sinkt die Notierung um die Hälfte. Unter dem Strich ändert sich für die Aktionäre also nichts. Sie haben die doppelte Zahl an Aktien im Depot. Dafür kostet eine Aktie nur noch die Hälfte ihres vorherigen Preises. Der Gesamtwert der Aktienposition im Depot bleibt also gleich. Und auch an den Bewertungskennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis oder Dividendenrendite ändert sich nichts.

Warum führt ein Unternehmen dann einen Split durch? Ganz einfach: Weil die meisten Anleger nun einmal lieber günstige Aktien kaufen. Durch den op­tisch günstigeren Kurs sollen also neue Anleger angelockt werden, denen die Aktie vorher zu teuer war.

Der Aktiensplit-Effekt

Weil durch den günstigeren Kurs die Nachfrage steigt, haben Aktiensplits häufig positive Auswirkungen auf den Aktienkurs. Die Statistik beweist, dass es tatsächlich einen Aktiensplit-Effekt gibt.

Die Analysten der Bank of America haben die Kursentwicklung von Unternehmen aus dem S&P 500 untersucht, die seit 1980 Aktiensplits durchgeführt haben. Diese entwickelten sich innerhalb von drei, sechs und zwölf Monaten nach dem Split spürbar besser als der Index.

Auf Sicht von einem halben Jahr legten die Kurse der Split-Kandidaten im Schnitt um rund 14% zu, der S&P 500 nur um 4%. Zwölf Monate nach der Kapitalmaßnahme notierten die gesplitteten Aktien durchschnittlich 25% höher, während der Index nur um 9% zulegte.

Ein Aktiensplit sollte nicht der alleinige Grund für eine Investition sein

Es zeigt sich also eine deutliche Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt. Dennoch sollte ein Aktiensplit für Sie als Anleger nicht der alleinige Grund für eine Investition sein. Erscheint Ihnen ein Unternehmen aber ohnehin aussichtsreich, ist ein Aktiensplit durchaus ein zusätzliches Argument für ein Investment.

In der morgigen Ausgabe werde ich Ihnen meine Einschätzung geben, ob sich bei den drei Split-Kandidaten Alphabet, Amazon und Tesla der Einstieg lohnt.