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Sportartikelhersteller unter Druck

Sportartikelhersteller unter Druck
chrisdorney
Inhaltsverzeichnis

In Katar rollt der Ball. Am Sonntag hat die umstrittenste Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten begonnen. Auch ich bin der Meinung, dass die WM niemals in den Wüstenstaat hätte vergeben werden dürfen. Doch dies zeigt eben, worum es im modernen Fußball vor allem geht: um Geld.

Um Geld und um die Aktienmärkte geht es auch in diesem Newsletter. Deshalb möchte ich mir anlässlich der Fußball-WM die Aktien der Sportartikelhersteller vornehmen. Die Aktienkurse von Adidas & Co. haben in diesem Jahr massiv an Wert verloren.

Adidas ist in der Krise

Über Adidas, übrigens der einzige europäische Sponsor bei der Fußball-WM in Katar, gibt es in diesem Jahr wenig Positives zu berichten. Belastungsfaktoren sind neben dem anhaltenden Inflationsdruck, ungünstigen Währungsentwicklungen und Lieferengpässen vor allem die Lockdowns in China.

Für den chinesischen Markt rechnet das Management im laufenden Jahr inzwischen mit einem prozentual zweistelligen Umsatzrückgang. Die Prognose für das Gesamtjahr musste der Konzern mehrfach senken. Die gesamte Branche hat Probleme. Adidas hat es aber am stärksten getroffen. So lagen die Lagerbestände per Ende September bei 6,3 Mrd. Euro und damit 72% über dem Vorjahresstand.

Obendrein gab es noch einen handfesten Skandal um Markenbotschafter Kanye West. Nach antisemitischen Äußerungen blieb Adidas nichts anderes übrig, als die Kooperation mit dem amerikanischen Enfant Terrible zu beenden. Die Sneaker-Linie des Rappers war 2021 immerhin für 7,5% des Umsatzes verantwortlich.

Rorsted geht, Gulde kommt

Die Folge der Krise: Vorstandschef Kasper Rorsted nimmt seinen Hut. Ursprünglich sollte er zum Jahresende seinen Sessel räumen. Jetzt ist er bereits seit Mitte November weg. Bis Ende Dezember hat Finanzvorstand Harm Ohlmeyer interimsmäßig seinen Posten übernommen.

Und inzwischen steht auch fest, wer sein Nachfolger wird. Ausgerechnet der bisherige Puma-Chef Björn Gulden soll den direkten Konkurrenten wieder in die Erfolgsspur zurückbringen. Offenbar hat Gulden keine Konkurrenzklausel, die einen Wechsel innerhalb der Branche verhindert.

Bei Puma hat der Norweger gute Arbeit geleistet und sich hohes Ansehen erarbeitet. Entsprechend positiv war die Reaktion auf die Nachricht. Die Adidas-Aktie legte an nur einem Tag um 21% zu. Dennoch notiert der Kurs 63% unter dem Allzeithoch vom August 2021. Von einer Trendwende ist der DAX-Titel derzeit noch weit entfernt.

Quelle: www.aktienscreener.com

Puma: auf dem Weg zu einem Rekordjahr

Die Puma-Aktie reagierte auf die Nachricht, dass Gulden geht, nur kurzzeitig mit Einbußen und legte in der Folge sogar zu. Fundamental sieht es bei der deutschen Nummer zwei deutlich besser aus. So verbuchte Puma im dritten Quartal sogar Rekordzahlen. Auch im Gesamtjahr sind neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn zu erwarten.

Dennoch ähnelt die Kursentwicklung der vergangenen Monate der von Adidas. Aktuell liegt die Puma-Aktie 57% unter ihrem Allzeithoch, das nahezu exakt vor einem Jahr bei gut 115 Euro gelegen hatte. Auch hier zeigt der Trend klar nach unten.

Auch wenn Puma fundamental besser dasteht, mahnt die Charttechnik zur Vorsicht. Selbst für risikobereite Turnaround-Spekulanten bietet sich weder bei Puma noch bei Adidas ein Einstieg gegen den fallenden Trend an.