Akasol wird amerikanisch

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Für die Aktie von Akasol liegt ein Übernahmeangebot vor. Für Aktionäre des Unternehmens ist dies ein guter Deal. (Foto: Fishman64 / Shutterstock.com)

Inzwischen kehrt neben der „Normalität“ auch die Übernahme- und Fusionsfantasie an den internationalen Aktienmärkten zurück. Zu Wochenbeginn machte Akasol von sich reden – das hessische Unternehmen wird bald amerikanisch – und die Aktionäre können mehr als zufrieden sein. Doch wie soll ich mich jetzt als Anteilseigner verhalten – diese Frage dürfte so manchen Anleger beschäftigen.

Unternehmensportrait

Die in Hessen ansässige Akasol AG beschäftigt sich mit der Herstellung von Fahrzeugbatterien. Dabei entwickelt, produziert und vertreibt das Unternehmen flüssigkeitsgekühlte und wiederaufladbare Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batteriesysteme für ein breites Anwendungsspektrum, wie beispielsweise Busse, Nutzfahrzeuge, Schienenfahrzeuge, Marine, Industriefahrzeuge und stationäre Anwendungen. Zu den Kunden gehören Daimler, Volvo Group, Alstom, Bombardier, Rolls-Royce Power Systems sowie Medatech.

Seit 3 Jahren an der Börse

Im Sommer 2018 gab es den Börsengang des Darmstädter Unternehmens: Dieser brachte dem Konzern knapp 120 Mio. Euro ein. Seinerzeit wurden rund 2,43 Mio. Aktien zu einem Preis von je 48,50 Euro bei Anlegern untergebracht. Damit lag der Platzierungspreis am untersten Ende der Spanne, die von 48,50 bis 64,50 Euro je Aktie reichte.

Seit Frühjahr permanent nach oben

Danach folgte eine langweilige Seitwärtsbewegung der Aktie, die dann im Frühjahr des vergangenen Jahres bei unter 25 Euro einen Tiefpunkt erreichte. Seitdem ging es aber rasant aufwärts – zwischenzeitlich wurden knapp 140 Euro je Aktie erzielt. Und dies bei einem Unternehmen, das möglicherweise erst in diesem Jahr das erste Mal einen Gewinn erzielen wird. Das prognostizierte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von mehr als 400 spricht da schon Bände.

120 Euro sind geboten – Aktionäre sollten sich damit zufrieden geben

Doch diesbezüglich brauchen Sie sich als Anleger nun keine Gedanken mehr zu machen: Der US-Autozulieferer BorgWarner will das Unternehmen für knapp 730 Mio. Euro kaufen. Den Anteilseignern werden 120 Euro je Aktie geboten, teilte Akasol zu Wochenbeginn mit. Damit liegt die Offerte rund ein Viertel über dem durchschnittlichen Niveau der vergangenen drei Monate. Natürlich kannte die Aktie daraufhin nur eine Richtung – aufwärts und übersprang dabei sogar die Marke der gebotenen 120 Euro zwischenzeitlich deutlich.

Auch wenn natürlich – wie immer bei solchen Übernahmen – die Diskussion einsetzt, ob es vielleicht noch zu einem Übernahmekampf kommen könnte, so muss ich Sie leider enttäuschen. Alle Kurse jenseits der gebotenen 120 Euro je Aktie sind ein Risiko, bei welchem die Chancen auf weitere Pluszeichen recht gering sind.

Der Hintergrund für diese Vermutung: Da Unternehmensgründer und Konzernchef Sven Schulz, der rund 47% der Anteile hält, und andere Gründer ihre Aktien verkaufen werden, hat sich der US-Konzern bereits 59% der Akasol-Papiere gesichert. Das ursprüngliche Ziel, 50% + eine Aktie zu erwerben, wurde damit längst erreicht. Von Seiten der Wettbewerbshüter dürfte es zudem keine Einschränkung geben und der Versuch, mit einem noch höheren Übernahmeangebot zusätzliche Anteile zu gewinnen, scheint unwahrscheinlich. Die aktuelle Notierung von einigen Euro über dem Übernahmepreis erscheint mir daher zu optimistisch.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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