BMW: Auf die Überholspur gewechselt

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Der deutsche Premium-Autobauer BMW hat starke Zahlen vorgelegt und verfügt aus meiner Sicht auch über gute Perspektiven. (Foto: Semmick Photo / shutterstock.com)

Nachdem der weltweite PKW-Markt vergangenes Jahr aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie zeitweise katastrophal schlecht lief, erholt er sich seit einigen Monaten. Zuletzt kam sogar richtig Schwung rein. Das zeigen auch die jüngst vorgelegten Zahlen für das 1. Quartal 2021 des deutschen Premium-Autobauers BMW.

BMW ist im Kerngeschäft Automobile, genau wie der große Wettbewerber Daimler, sehr dynamisch ins laufende Jahr gestartet. Nach vorläufigen Zahlen hat sich das operative Ergebnis in der Automobil-Sparte in den Monaten Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr etwa verzehnfacht und erreichte einen Wert von 2,24 Mrd. Euro.

Der Vorjahreswert war Pandemie-bedingt sehr schwach. Der Umsatz stieg in der Sparte im 1. Quartal dieses Jahres um 27% auf 22,8 Mrd. Euro. Noch entscheidender als die jüngsten Quartalszahlen sind für BMW-Aktionäre die Perspektiven.

In Sachen E-Mobilität tut sich vieles bei BMW

BMW ist schon vor einiger Zeit in Sachen E-Mobilität auf die Überholspur gewechselt und hat schon vor Monaten angekündigt, bis 2023 bereits 25 elektrifizierte Modelle anbieten zu wollen. Die eine Hälfte vollelektrisch, die andere als Hybrid mit Benzinmotor oder Diesel zusammen mit einem E-Motor.

Hintergrund sind EU-Vorgaben. BMW und die anderen Autohersteller müssen ihren CO2-Ausstoß bis 2030 (verglichen mit 2021) um 37,5% verringern. Dabei gelten Durchschnittswerte, die die Autobauer für ihre gesamte Flotte einhalten müssen.

Heißt: Pro verkauftem Auto mit Verbrennungsmotor müssen zukünftig immer mehr E-Autos oder Hybride verkauft werden, um die Grenzwerte einzuhalten.

Auch Wasserstoff demnächst im Angebot

Auch in Sachen Wasserstoff tut sich einiges bei BMW: Das Unternehmen will ab dem kommenden Jahr im BMW i Hydrogen Next basierend auf dem aktuellen X5 die zweite Generation des Brennstoffzellen-Antriebs in einer Kleinserie testen.

Das hat BMW im Rahmen eines Besuchs von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier im Wasserstoff-Kompetenzzentrum des Unternehmens angekündigt. Anders als VW-Chef Herbert Diess hatte sich BMW-Chef Oliver Zipse in der Vergangenheit nicht auf den E-Motor als Antriebstechnologie der Wahl festgelegt.

Vielmehr zeigte sich Zipse immer technologieoffen und betonte auch die Vorzüge des Wasserstoffs. Wichtig seien dabei aber die Rahmenbedingungen. Je nachdem, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln, hat die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie das Potenzial, eine weitere Säule im Antriebsportfolio der BMW Group zu werden, so Zipse.

Aus meiner Sicht laufen BMW und auch die anderen großen deutschen Autobauer Daimler und Volkswagen in Sachen E-Mobilität zwar noch dem großen Konkurrenten Tesla hinterher, doch der Abstand wird immer kleiner, und das Chance/Risiko-Verhältnis ist bei einer Investition in BMW (KGV 8) wesentlich besser als bei einer Investition in Tesla (KGV 130).  Da der Vorsprung von Tesla schmilzt (VW kann Tesla sogar schon 2022 als Marktführer ablösen), sollte sich auch die Bewertungsschere ein Stück weit schließen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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