Börsengang: Cherry legt Angebotspreis auf 32 Euro fest

Knaus Tabbert RED – Björn Wylezich

Eine Kirsche geht an die Börse – so könnte man den am morgigen Dienstag anstehenden Börsengang des fränkischen Tastaturherstellers Cherry AG auch beschreiben. (Foto: Björn Wylezich / Adobe Stock)

Der nächste Börsengang in Deutschland steht vor der Tür: Cherry, ein in Auerbach in der Oberpfalz ansässiger Hersteller von Computer-Tastaturen, High-End-Switches und Computer-Eingabegeräten, feiert morgen sein Börsendebüt.

Angebotspreis liegt am unteren Ende der Preisspanne

Cherry war mit einer Preisspanne von 30 bis 38 Euro in das Bookbuilding-Verfahren, ein Preisfindungs- bzw. Bieterverfahren im Vorfeld des Börsengangs, gegangen. Herausgekommen sind 32 Euro je Aktie, ein Wert am unteren Ende der Preisspanne.

Im Rahmen des Börsengangs werden 4,3 Mio. neue Inhaberaktien aus einer Kapitalerhöhung des Unternehmens und knapp 8,7 Mio. Inhaberaktien des Altaktionärs platziert. Das Gesamtvolumen des Börsengangs (d. h. der Bruttoerlös aus allen platzierten Aktien) beträgt damit 416 Mio. Euro.

Börsengang bringt Cherry 138 Mio. Euro

Cherry erhält ein knappes Drittel des Bruttoerlöses. Hierbei handelt es sich um die Erlöse aus der Kapitalerhöhung, die sich auf etwa 138 Mio. Euro belaufen. Die restlichen gut 278 Mio. Euro fließen in die Taschen der Altaktionäre.

Cherry beabsichtigt, den Nettoerlös aus dem Börsengang für den Ausbau des organischen Wachstums zu verwenden. Darüber hinaus soll das frische Kapital aber auch für Zukäufe (anorganisches Wachstum) genutzt werden. Außerdem soll ein Teil des Nettoerlöses zur Tilgung bestehender Verbindlichkeiten verwandt werden.

Der finale Börsengang ist für den morgigen Dienstag geplant. Die Cherry-Aktien werden dann im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt werden. Mit dem Börsengang erreicht die Cherry AG einen Börsenwert (auch Marktkapitalisierung genannt) von 778 Mio. Euro. Der Streubesitzanteil wird laut Unternehmensangaben voraussichtlich bei 53% liegen.

Die Cherry AG im Kurzporträt

Nachdem Sie nun alle wichtigen Details zum morgigen Börsengang von Cherry erfahren haben, möchte ich Ihnen das Unternehmen und sein Geschäftsmodell noch etwas näher vorstellen: Die Cherry AG produziert und vertreibt mechanischen Tastatur-Switches für Gaming-Tastaturen und auf Peripheriegeräten, die vielfältig eingesetzt werden.

Hauptkundengruppen des Unternehmens sind Gamer (Online-Spieler), Büros, Industrie, Cybersecurity (Internetsicherheit) sowie das Gesundheitssystem. Cherry beschäftigt aktuell mehr als 500 Mitarbeiter in Produktionsstätten und Büros in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China, Österreich und den USA.

Im vergangenen Jahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 130,2 Mio. Euro, das waren 13,5% mehr als noch in 2019. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich in 2020 auf knapp 25 Mio. Euro. Das waren satte 36% mehr als noch in 2019.

Auch wenn das Unternehmen mit guten Zahlen aufwarten kann, würde ich nicht gleich beim Börsengang in Cherry-Aktien investieren, sondern die weitere Entwicklung des Unternehmens abwarten und dann gegebenenfalls Aktien kaufen.

Von den jüngsten Zahlen und vom Geschäftsmodell her ist Cherry aber meines Erachtens ein Unternehmen, das Sie auf Ihre Beobachtungsliste setzen sollten. Ich selbst werde dies auch tun und demnächst wieder über das Unternehmen berichten.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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