Daimler setzt seit über 25 Jahren auf Wasserstoff

Daimler Mercedes Benz RED – shutterstock_383806060 Ivan Kurmyshov

Bei Daimler und BMW setzt man – anders als bei VW und Tesla – auch auf Wasserstoff. Bei Daimler sogar schon seit mehr als 25 Jahren. (Foto: Ivan Kurmyshov / Shutterstock.com)

In der vergangenen Woche habe ich an der digitalen Konferenz „E-Mobilität mit Wasserstoff und Brennstoffzelle“ teilgenommen. Rückblickend kann ich sagen: Es war eine sehr erkenntnisreiche Veranstaltung!

Ein Fazit haben alle Referenten geteilt: Wenn Deutschland die Energie-Wende erfolgreich meistern will, müssen wir für alle Technologien offen sein. Das klingt selbstverständlich, aber ein Blick in die Medien zeigt ein anderes Bild. So „verteufeln“ die Top-Manager von Tesla oder VW die Wasserstofftechnologie.

VW-Chef Herbert Diess verzichtet auf Wasserstoff-Lösung

VW-Chef Herbert Diess hat erst kürzlich getwittert, dass das Wasserstoff-Auto nicht die Klimalösung sei, und dass sich im Verkehr die Elektrifizierung durchgesetzt habe. Scheindebatten seien reine Zeitverschwendung, so Diess weiter.

Andere Auto-Manager sehen das ganz anders: In Asien setzen Toyota (Japan) und Hyundai (Südkorea) auf Wasserstoff-Lösungen. Und auch ein deutsches Wasserstoff-Auto wird es bald geben.

So habe ich Ihnen erst kürzlich hier im Schlussgong berichtet, dass sich bei BMW in Sachen Wasserstoff sehr viel tut. Zur Erinnerung: BMW will ab dem kommenden Jahr im Modell i Hydrogen Next basierend auf dem aktuellen X5 die zweite Generation des Brennstoffzellen-Antriebs in einer Kleinserie testen.

Das hat BMW im Rahmen eines Besuchs von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier im Wasserstoff-Kompetenzzentrum des Unternehmens angekündigt. BMW-Chef Zipse zeigte sich anders als VW-Chef Diess immer technologieoffen und betonte auch die Vorzüge des Wasserstoffs. Wichtig seien dabei aber die Rahmenbedingungen.

Je nachdem, wie sich die Rahmenbedingungen entwickeln, hat die Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie das Potenzial, eine weitere Säule im Antriebsportfolio der BMW Group zu werden, so Zipse. Beim BMW-Konkurrenten Daimler beschäftigt man sich sogar schon seit mehreren Jahrzehnten mit dem Thema Wasserstoff.

Daimler mit langer Wasserstoff-Historie

Das geht auch aus einer Präsentation hervor, die ich im Rahmen der eingangs angesprochenen Wasserstoff-Online-Konferenz verfolgt habe. Es handelt sich dabei um den Vortrag von Prof. Dr. Christian Mohrdieck, Geschäftsführer der Cellcentric GmbH & Co. KG (das ist ein Gemeinschaftsunternehmen der LKW-Bauer Daimler und Volvo).

Cellcentric-Chef Mohrdieck zeigte im Rahmen seines Vortrags, dass die Wasserstoff-Aktivitäten von Daimler bereits vor mehr als 25 Jahren begonnen haben. So hat Daimler beispielsweise bereits im Jahr 1996 eine erste Brennstoffzellen-Allianz mit dem kanadischen Unternehmen Ballard Power geschlossen.

Im vergangenen Jahr wurden dann alle Brennstoffzellen- und Wasserstoff-Kompetenzen im Daimler-Konzern in einem Unternehmen – der Daimler Truck Fuel Cell – gebündelt. Es folgte die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Allianz zwischen Daimler und Volvo mit dem Namen Cellcentric.

Im Fahrzeugbereich dürfte der größte technologische Vorteil von Wasserstoff bei den Nutzfahrzeugen (Busse und LKW) liegen. Das Beispiel BMW zeigt Ihnen aber, dass auch im PKW-Premiumbereich auf Wasserstoff und die Brennstoffzellen-Technologie gesetzt wird.

Meine Favoriten aus dem Wasserstoff-Sektor finden Sie in meinem Börsendienst „Der Depot-Optimierer“. Dort berichte ich auch von den Wasserstoff-Konferenzen, an denen ich regelmäßig teilnehme.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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