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Daimler will mit Wasserstoff-LKW angreifen

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„Die Brennstoffzelle ist keine exotische Lösung, sondern wird bei Trucks zum Mainstream.“ Dieses Zitat stammt von Martin Daum, Chef der LKW-Sparte von Daimler. Wenn Sie den „Schlussgong“ schon länger verfolgen, wissen Sie, dass ich im LKW-Bereich und ganz allgemein im Bereich der Nutzfahrzeuge großes Potenzial für Wasserstoff und die Brennstoffzelle sehe.

Der deutsche PKW- und LKW-Bauer Daimler könnte in diesem Marktsegment auch von den Unruhen rund um das US-Start-up Nikola profitieren. Das US-Unternehmen Nikola, das ebenfalls Brennstoffzellen-Trucks bauen will, war erst vor wenigen Monaten unter großem Jubel an die Börse gegangen.

Kurz nach dem Börsengang folgten erste Attacken von Shortsellern (die von fallenden Nikola-Aktienkursen profitieren wollen), die den Kurs der Nikola-Aktie deutlich unter Druck gesetzt haben, ehe die Beteiligung des US-amerikanischen Autoriesen General Motors (GM) die Nikola-Aktie wieder angeschoben hat.

Dann wiederum folgten weitere Vorwürfe gegen Nikola und gestern wurde bekannt, dass Nikola-Gründer Trevor Milton seinen Hut nimmt. Daraufhin stürzte die Nikola-Aktie erneut ab. Daimler könnte davon profitieren. Denn Daimler will mit einem eigenen Wasserstoff-LKW angreifen. Vor den jüngsten Unruhen galt Nikola als Favorit in der Branche, jetzt könnten Daimler und Co. aufholen. Es ist aber weiterhin unklar, ob die Vorwürfe gegen Nikola stichhaltig sind.

Die Wasserstoff-Strategie von Daimler

Daimler will die Diesel-LKW schrittweise ersetzen und bringt im nächsten Jahr seinen ersten schweren Elektro-Truck auf den Markt. Für die richtig langen Strecken setzt der Autobauer parallel auf Laster mit Brennstoffzellen.

„Je leichter die Ladung und je kürzer die Distanz, desto eher wird die Batterie zum Einsatz kommen“, so Martin Daum, Chef der LKW-Sparte von Daimler, bei der Präsentation des Brennstoffzellen-Trucks GenH2.

„Je schwerer die Ladung und je länger die Distanz, desto eher wird die Brennstoffzelle das Mittel der Wahl sein“, so Daum weiter. „Wenn wir auf die Langstrecke gehen, müssen wir zusätzlich zu rein batterieelektrisch angetriebenen Lkw auch auf die Brennstoffzelle gehen.“

Die Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellen-LKW von Daimler sollen auf eine Reichweite von bis zu 1.000 km kommen. Ab 2023 soll der Truck von Daimler mit Kunden erprobt werden und in der 2. Hälfte dieses Jahrzehnts (also ab 2025) ist der Serienstart geplant. Spätestens 2039 soll die komplette Nutzfahrzeugflotte von Daimler CO2-neutral sein.

Daimler setzt auf flüssigen Wasserstoff

Daimler setzt bei seinen LKW nicht etwa auf gasförmigen Wasserstoff, sondern auf flüssigen Wasserstoff (LH2). Der Vorteil: Die Tanks sind kleiner und wegen des geringeren Drucks (bei gasförmigem Wasserstoff sind meist 700 bar üblich) auch deutlich leichter.

Meine Einschätzung zur Daimler-Aktie: Das Papier hat sich seit dem Corona-Tief im März bereits wieder verdoppelt. Von den alten Höchstständen aus dem Jahr 2015 bei über 90 Euro ist die Aktie aber noch weit entfernt. Die neue Wasserstoff-Strategie von Daimler kann mittelfristig zu einem weiteren Kurstreiber werden.