DAX auf neuem Allzeithoch – und direkt mit Abverkauf

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Die steigenden Zinsen am Kapitalmarkt bedrohen die Aktienkurse und zwar langfristig. Das könnte tatsächlich zu einer länger anhaltenden Korrektur führen. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Sensationell! Der DAX wird auf ein neues Allzeithoch geschoben. Sensationell wäre es auch gewesen, hätte der DAX die Zone halten können. Aber nein, es ging prompt wieder runter. Synchronschwimmen deluxe – das machen die Trendlinien im folgenden Chart.

DAX im 2-Stunden-Chart

Hier sehen Sie den Verlauf des letzten Monats. Was auffällt: Unterm Strich ist nicht wirklich etwas passiert. Ja, die Kurse sind ordentlich durchgeschüttelt worden. Aber wir stehen letztlich jetzt gerade einmal 200 Punkte höher als vor einem Monat. Insofern eigentlich eine gute Leistung für den DAX.

Würde der pro Monat immer 200 Punkte machen, wären das 2.400 Punkte Zuwachs im Jahr. Das macht ein DAX aber nicht auf Dauer. Das wäre ja noch schöner.

Zurück zum Chart. Die parallelen Trendlinien haben viele Anlaufpunkte in der Vergangenheit gehabt. Unten wie oben waren sie als Widerstand oder Unterstützung zu gebrauchen, wenn zum Teil auch nur kurzfristig. Heute haben wir mit dem Ausbruch neues Terrain freigeschaltet. Doch auch hier gab es wieder die Anziehungskraft der Linien und der DAX wollte schnell wieder zurück.

Wann fällt die Entscheidung?

Die nächsten Tage werden uns die Richtung aufzeigen, ob der DAX jetzt wirklich Richtung 14.400 und mehr steigen will. Denken Sie daran, dass es März meist einen wichtigen Wendepunkt an den Märkten gab! Wir könnten also jetzt ein Hoch machen – ein Allzeithoch haben wir ja schon – vielleicht gibt es noch einen Schippe drauf. Und danach kommt eine deutlichere Korrektur.

Dafür gibt es aber noch keine Anzeichen. Ich habe allerdings heute einen langlaufenden Optionsschein gekauft mit Basispreis 8.400 beim DAX. Einfach als Absicherung für die nächsten 15 Monate. Wenn es bis Sommer 2022 keinen deutlichen Rücksetzer geben sollte, dann war das eben eine Versicherungsprämie für mein Depot. Wenn die Kurse doch abstürzen sollten, wird der Schein einiges im Plus sein. Zum Vergleich: Am 4. November 2021 war der Optionsschein etwa das Doppelte des aktuellen Preis wert. Damals notierte der DAX bei etwas über 12.000 Punkten.

Heute stehen wir bei 14.000 Punkten und der Schein ist die Hälfte wert. Sollten wir also tatsächlich noch einmal deutlich fallen, beispielsweise Richtung 10.000 Punkte, müsste sich der Wert des Scheins vervierfachen. Heute ist er schon um 5 Prozent gestiegen. Doch das ist absolut nebensächlich. Soll Ihnen nur zeigen, dass es bei einem Allzeithoch im DAX durchaus sinnvoll sein kann, das Depot gegen fallende Kurse zu schützen.

Das eben auch nur für den Fall, dass es so kommt. Wenn nicht, darf das Depot auch gerne weiter steigen, abzüglich der Prämie für den Optionsschein als Versicherung. Ich habe nicht vor, den Schein wirklich bis Mitte 2022 zu halten. Wenn sich abzeichnet, dass die Notenbanken einen starken Abverkauf verhindern können, ist eine solche Absicherung nicht notwendig und Geldverschwendung.

Doch die steigenden Zinsen am Kapitalmarkt bedrohen die Aktienkurse und zwar langfristig. Das wird kein Crash aus dem Hause Corona. Das könnte tatsächlich zu einer länger anhaltenden Korrektur führen. Wäre auch nicht ganz verkehrt, wenn der Markt dann einmal mit Bedacht sich neu sortieren könnte. Die ganzen Corona-Gewinner wurde auch heute wieder abgestraft.

Ohne den Autosektor sähe der DAX heute ebenfalls alt aus. BMW und VW sind jeweils 4 Prozent im Plus, ebenso Continental. Daimler ist knapp 1,5 Prozent vorne. Dagegen verliert Delivery Hero fast 4 Prozent. Die Sektorenrotation ist einmal wieder im Gange. Sie kennen das Spiel inzwischen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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