DAX erreicht die 15.000 Punkte!

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Soll ich wieder die Parallele zur Dot-Com-Bubble bringen? Die Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich nur. Schauen wir uns genau deshalb einmal die Charts an. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Die Wirtschaft brummt. Es gibt immer weniger Insolvenzen. Wir haben nahezu Vollbeschäftigung. Keine Krise – wohin man auch schaut. So hätte ich mir das gedacht, wie es aussieht, wenn der DAX einmal bei 15.000 Punkten steht.

Die Realität sieht irgendwie ein bisschen anders aus. Im Corona-Tief stand der DAX bei etwa 8.000 Punkten – außerbörslich war sogar kurz die 7 vorne dran. Und jetzt haben wir 1 Jahr später die 15.000 geknackt. Verrückt? Ja und gleichzeitig auch Realität.

Soll ich wieder die Parallele zur Dot-Com-Bubble bringen? Ja, die Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich nur. Schauen wir uns genau deshalb einmal die Charts an.

DAX 15.000 Punkte nach Corona-Crash

Als wäre nichts gewesen und dazu noch ein Boom. Der DAX stand bei fast 13.800 Punkten. Dann kam Corona und vier Wochenkerzen später, waren die 8.000 Punkte erreicht. Der Weg nach oben dauert immer etwas länger, aber nicht viel. Zumindest nicht im aktuellen Fall.

Die V-förmige Erholung wurde in den Chart gemalt. Noch vor Weihnachten konnte der DAX wieder die 13.800 erreichen. Drei Monate später stehen wir noch einmal 1.200 Punkte höher. Das ist bestimmt nachhaltig und kann nur weiter nach oben gehen. Wer geht denn jetzt bitte noch short?

Sie vielleicht! Oder auch ich. Die Kleinanleger haben laut dem EUWAX Sentiment Index eine extreme Short-Einstellung. Das passt natürlich zum steigenden DAX. So kann er auch noch weiter steigen, wenn die Privaten ihre Shorts schließen müssen und damit den DAX kaufen. Hier ist das Umfeld noch viel zu pessimistisch. So kann der DAX kaum fallen.

Jetzt müssen über 15.000 Punkten noch die ganzen Shorts aus dem Markt gedrückt werden. Erst danach kann der DAX auch überhaupt nur daran denken zu konsolidieren.

DAX 8.000 Punkte vor der Dot-Com-Bubble

Ja, genau dieselben 8.000 Punkte, die wir im Corona-Tief getestet hatten, waren das Hoch bevor die Internet-Blase poppte. Auch hier ging es sportlich gen Süden. Unter 3.600 Punkten machten die Kurse erst Halt.

Aber das war auch nur das erste Tief. Nach einem Anstieg Richtung 5.500 Punkte ging es sogar runter bis unter 2.200 Punkte. Von 8.000 aus. Also ein Einbruch um über 70 Prozent! Aus heutiger Sicht mit 15.000 Punkten würde der DAX umgerechnet unter 4.500 Punkte fallen. Unvorstellbar und doch geschah so etwas erst vor 20 Jahren. Aus Börsensicht gar nicht so ewig her.

Damals waren die Notenbanken aber noch nicht federführend, was die Trendrichtung der Börse angeht. Würden FED & Co. plötzlich nichts mehr entscheiden dürfen und müssten all ihre investierten Gelder wieder aus dem Markt ziehen, wären 4.500 Punkte im DAX gar nicht so unrealistisch. Dass das allerdings geschieht, bezweifeln wir erst einmal, bis wir das Gegenteil sehen.

Solange es auch keine (positiven) Zinsen in Europa gibt, brauchen wir uns auch keine Gedanken machen, wohin das Kapital abwandern kann. Aktien als Inflationsschutz sind nicht zu unterschätzen.

Fazit:

Die Dot-Com-Bubble hat sicherlich einige Parallelen zur aktuellen Situation. Die Geschichte wird sich aber nicht reimen, weil die Notenbanken einfach noch ein Wörtchen mitreden und über die Texte entscheiden.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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