DAX wieder über 15.000 Punkte. Wie geht’s weiter?

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Vom Allzeithoch bei 15.501 sind wir noch ein wenig entfernt. Dennoch, der DAX schloss gestern ein Gap bei 14.845 Punkten und steht heute bereits 300 Punkte höher. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Die Aktienmärkte bröckeln während die Kryptowährungen explodieren. So war es wenigstens die letzten Tage. Heute sieht der Markt schon wieder rosiger aus. Das liegt auch daran, dass der DAX die 15.000 Punkt zurückerobern konnte.

DAX im 2-Stunden-Chart

Vom Allzeithoch bei 15.501 sind wir noch ein wenig entfernt. Dennoch, der DAX schloss gestern ein Gap bei 14.845 Punkten und steht heute bereits 300 Punkte höher. Das ist eine sportliche Leistung der Bullen. Doch es war nicht das letzte Gap.

Die nächste Kurslücke liegt im Bereich um 14.620. Mal schauen, wann der DAX sich diese Marke holt und ob es hier ebenfalls eine derart deutliche Gegenreaktion nach oben gibt. Wichtiger ist die Zone darunter bei knapp über 14.400. Hier haben die Kurse im März mehrmals nach oben gedreht. Das bedeutet nichts Anderes als Unterstützung. Fällt diese, könnten wir schnell 200 Punkte südlicher stehen.

Wie geht es weiter beim DAX?

Die Reaktion der Bullen auf das gestrige Tief war beeindruckend. Vermutlich haben hier auch einige ihre Shorts geschlossen und Profite mitgenommen, nachdem der DAX „endlich“ gefallen war. Die zehrende Seitwärtsphase im April können wir durchaus schnell vergessen. Ja, es gab ein neues Allzeithoch. Das dürfen genau nicht vergessen. Aber unterm Strich stehen wir immer noch dort, wo wir Anfang April standen. Es ist also nicht wirklich viel passiert.

Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass der DAX die Frühjahrsmüdigkeit abschütteln konnte, haben wir zwei Varianten. Die Bullen ziehen die Kurse über den Sommer weiter nach oben. Neue Allzeithochs inklusive. Oder Plan B – wir fallen im zweiten Anlauf unter die Tiefs von gestern und dringen in den oben genannten Bereich bei 14.200 bis 14.400 vor.

Die Frage ist dann immer, was in der jeweiligen Zone geschieht. Nach oben geht’s immer. Das kennen wir schon. Steigende Kurse sind ganz normal – unabhängig von der Wirtschaft. Ich habe auch aber noch die eine Aussage im Hinterkopf, dass es für den Aktienmarkt furchtbar sein kann, wenn die Pandemie offiziell endet. Dann müssen die Notenbank nicht mehr die vermeintlich schwache Wirtschaft stützen und der Geldhahn wird zugedreht.

Zusätzlich dazu kann die Inflation steigen und das ist wiederum gut für den Kapitalmarkt. Wenn die Zinsen steigen, fließt Kapital aus den Aktien dorthin. Das wäre ebenfalls schlecht für die Aktien. Sie sehen also, für fallende Kurse gibt es genug Argumente – von der echten Bewertung einmal abgesehen. Doch triftige Gründe alleine reichen nicht, um die Börsen in die Knie zu zwingen. Sonst wäre das schon längst passiert. Solange es triftigere Gründe gibt, warum die Kurse steigen, sind die Argumente für fallende Kurse auch nicht falsch. Sie sind nur einfach nicht relevant.

Fazit

Die Gefahr ist weiterhin vorhanden, dass wir eine Art Topping-Formation an den Märkten sehen. Wenn der DAX nicht bald in den Bereich um 15.350 Punkte vordringen kann, liegt das Potential eher auf der Unterseite.

Im Vergleich zu den USA war der DAX heute besonders stark. Gut 2 Prozent Plus im Gegensatz zu 0,5 Prozent bei S&P 500, NASDAQ und Dow Jones. Vielleicht können die Bullen die Kraft mitnehmen und die restliche Handelswoche die Kurse weiter anschieben.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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