Deutlicher Seegang an den Börsen: Es wird ruppiger!

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Das sehen Sie auch beim DAX. Der steigt 500 Punkte, gibt diese dann wieder ab. Steigt dann 600 Punkte auf ein neues Allzeithoch und verliert sofort 500 Punkte. (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

Haben die Kryptowährungen den gesamten Aktienmarkt angesteckt? Während Bitcoin & Co. weiterhin deutlich abstürzen, schreibt auch die Börse rote Zahlen. Abgesehen vom Hang Seng geben alle großen Indizes mindestens 1 Prozent ab. Bitcoin natürlich etwas mehr. Hier stehen derzeit minus 14 Prozent Verlust für den heutigen Tag. Ganz normal bei Kryptowährungen, wenn diese einmal ins Fallen kommen.

DAX im 2-Stunden-Chart

Hier sehen Sie deutlich, wie der DAX herumgeschleudert wird. Kurslücke jagt Kurslücke, dann noch kurz ein Allzeithoch und danach schon wieder 500 Punkte runter. Hier müssen Sie schwindelfrei sei, wenn Sie derzeit mitspielen wollen.

Ich halte mich seit einiger Zeit aus dem Intraday-Handel heraus. Die Märkte sind noch unberechenbarer als sonst und da will ich mir nicht die Finger verbrennen. Ich steige wieder ein, wenn ich verstehe, was hier passiert. Bei dieser Achterbahnfahrt lasse ich anderen den Vortritt. Es ist tatsächlich auch einmal schön, eine kleine Pause zu machen und die Kurse nicht mehrmals pro Stunde zu kontrollieren. Weniger ist mehr.

So mache ich das übrigens auch bei den Kryptowährungen. Es gibt ausreichend Nachrichten inzwischen zu den Themen, somit verpasse ich auch nichts. Wenn eine Schlagzeile spannend klingt, kann ich mehr dazu lesen. Aber jetzt steht erst einmal fest, dass es eine Bereinigung in der Krypto-Szene gibt. China will Kryptowährungen nicht unterstützen. Musk hat plötzlich gemerkt, dass Bitcoin absolut umweltschädlich ist. Somit geht es jetzt bergab und wir müssen nur warten, bis die ersten Meldungen kommen bezüglich „Kryptowährungen sind tot.“ Dann wird es wieder langsam Zeit für einen Einstieg.

Bis dahin geht es wohl noch tiefer. Die Masse der Kryptowährungen ist blutrot. Wenn die Herde der Amateur-Zocker jetzt alle panisch verkaufen, haben wir vermutlich bald wieder eine Phase in der die Kurse zur Seite schieben auf niedrigem Niveau. Das ist vor allem bei Bitcoin oft so gewesen. Wenn der Hype nicht gerade in vollem Gange ist und ein Crash verarbeitet werden muss, passiert schier gar nichts. Soweit sind wir aber noch nicht. Andere Vermutungen besagen, dass wir bis in den Herbst Richtung 30.000 US-Dollar und darunter laufen werden.

Behalten wir das Tempo des aktuellen Absturzes bei, wird es keine Monate dauern, bis wir auf diesem Preisbereich angekommen sind. 14 Prozent Verlust pro Tag – und wir sind schnell dort.

Fazit

Die Börsen verlaufen gerade wie das Wetter: Mal Sonnenschein, dann wenige Minuten später wieder Regen und Hagel. Die Seitenlinie kann ich aktuell nur empfehlen. Mit allzu konkreten Prognosen kann man sich jetzt nur die Finger verbrennen. Das sehen Sie auch beim DAX. Der steigt 500 Punkte, gibt diese dann wieder schnell ab. Steigt dann noch einmal 600 Punkte auf ein neues Allzeithoch und verliert sofort wieder 500 Punkte. Und das alles innerhalb der ersten Monatshälfte im Mai. Die hohen Schwankungsbreiten sind aber gut. Action ist besser als Stillstand.

Sobald sich die Zeiten wieder etwas beruhigt haben, wissen wir dann auch eher, wo wir stehen. Dann ist das Trading auch wieder lukrativer und die investierte Zeit lohnt sich. Bis dahin muss der Markt sich jetzt austoben. Vielleicht reicht es auch, wenn die Kryptowährungen einen Boden gefunden haben. Der ist momentan aber noch nicht erreicht. Die nächsten Tage fährt die Achterbahn also weiter.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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