Fällt der DAX bald um 5.000 Punkte?

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Wer zieht den Stecker? Was ist der nächste Schwarze Schwan, mit dem niemand rechnen konnte? Die 12. Mutation von Covid-19? Handelkrieg 2.0 mit China? (Foto: imagentle / shutterstock.com)

OK, das ist jetzt wirklich der letzte bärische Ausblick für diesen Monat. Versprochen! Nur bin ich gerade über eine Chartanalyse gestolpert, die den DAX unter 11.000 Punkte sieht. Davor soll er noch ein wenig steigen – aber nicht mehr viel.

DAX-Crash auf unter 11.000 Punkte im Sommer 2021?

Wie könnte dieses Szenario aussehen? Ein bisschen höher geht immer noch, das ist bei der aktuellen Lage keine Kunst. Schließlich feiern wir das Corona-Missmanagement unser Politiker jetzt auf allen Kanälen. Die üblichen Verdächtigen schreien wieder etwas von Lockdown und der DAX ist auf Allzeithoch. Der ganz normale Wahnsinn. Also gut, den Teil kann ich absegnen, dass der DAX noch einen Schluck nach oben hüft. Warum auch nicht?

Doch wohin soll er denn fallen, wenn es jetzt wirklich runterrauschen darf? Und vor allem: Wer zieht den Stecker? Was ist der nächste Schwarze Schwan, mit dem niemand rechnen konnte? Die 12. Mutation von Covid-19? Handelkrieg 2.0 mit China? Verstopfen bald mehrere Schiffe nicht nur den Suez- sondern auch den Panama-Kanal?

Oder steigen einfach die Renditen weiter am Kapitalmarkt und die Inflation holt uns doch noch ein? Wer weiß. Am Ende ist es für das Depot auch total egal, wer jetzt den Crash verschuldet hat. Wichtig sind nur die möglichen Zielmarken und dies im Hinterkopf zu haben. Dass es so kommen muss, ist nirgendwo geschrieben. Garantien gibt es an der Börse nicht.

DAX vs. Fibonacci – wie könnte der Fahrplan aussehen?

Hier sehen Sie den Wochenchart des DAX von vor Beginn des Corona-Crashs bis heute. Wenn wir jetzt den Kollegen Fibonacci darauflegen und schauen, an welchen Marken die Kurse sich auffällig verhalten haben, kommen wir zu einem möglichen Ergebnis.

Hierbei könnten wir noch etwa die Zone um 15.170 Punkte erreichen, bevor es dann nach unten geht. Beweise dafür gab es auf dem Weg nach oben. Beim 78,6er Retracement bastelte der DAX Ende März 2020 einen Doji als Wochenkerze bei 9.500 Punkten. Das 62er Retracement wurde in der Woche darauf angelaufen und hielt die Kurse einige Zeit in Schach.

Zuletzt fielen wir auf 11.500 Punkte zurück – dort liegt das 50-Prozent-Erholungsziel. Und danach spielte das 23,6er Retracement auch eine Rolle: Ende August 2020 drehten dort die Kurse nach unten. Im Februar dieses Jahres diente der Bereich als Unterstützung.

Kommen wir jetzt wieder zurück zu der Ansage, dass der DAX unter 11.000 Punkte fallen kann. Das wäre laut diesen Fibonacci-Marken machbar, wenn wir das 62er Retracement anlaufen. 10.700 Punkte hätten wir dann als Ziel. Solange es danach wieder aufwärts geht, wäre der übergeordnete Aufwärtstrend auch völlig intakt. Sonst droht sogar noch die 9.500! Im Nachhinein könnten wir einen solchen Crash als „bereinigende Korrektur“ abstempeln. Wer weiß – vielleicht steigen die Kurse danach ja auch wieder etwas verhaltener bzw. rationaler.

Der Sommer kann auf jeden Fall heiß werden, wenn diese Analyse wirklich aufgeht. Alternativ wird es eventuell total langweilig und wir schieben nur zur Seite auf hohem Niveau. Der DAX könnte damit leben. Er liegt in diesem Jahr schon 10 Prozent im Plus. Wenn er das einfach nur bis zum Ende hält, hätte er ein überdurchschnittlich gutes Jahr hingelegt.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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