Wann steht der DAX bei 14.600 Punkten?

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Nach dem Ausbruch ergibt sich das Ziel im Chart bei knapp 14.600 Punkten. Das Bonusziel für den DAX aus dieser Konstellation liegt sogar bei fast 15.000 Punkten! (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Diese Zahl ist das große Ziel für nächstes Jahr! Corona? Neue Mutation? Brexit? Später als geplanter Stimulus in den USA? Ja, das sind alles Themen für die Nachrichten. Doch das hat nun wirklich nichts mit Börse zu tun. Ich zeige Ihnen, warum wir gute Chancen haben, dass wir bald neue Allzeithochs und Kurse darüber hinaus im DAX sehen.

Alles natürlich nur unter der Prämisse, dass wir nicht mehr unter 13.000 Punkte fallen. Sollte das passieren, trübt sich das bullische Szenario deutlich ein und wir müssen eher auf die Bärenseite wechseln. Jeder Rücksetzer, der uns jetzt noch einmal Richtung 13.000 schickt, ändert nichts am übergeordneten Zielbereich um 14.600 Punkte.

Der maßgebliche Chart für die nächsten Wochen

Vielleicht sogar für die nächsten Monate. Wer weiß. In Grün eingezeichnet sehen Sie den fallenden Keil. Nach dem Ausbruch ergibt sich rein rechnerisch das ebenfalls grüne Ziel im Chart bei knapp 14.600 Punkten.

Das Bonusziel für den DAX aus dieser Konstellation liegt sogar bei fast 15.000 Punkten! Die Bären müssen sich also warm anziehen, wenn die Kurse den Chartbild folgen. Vielleicht doch lieber gleich den Winterschlaf starten und vorher noch schnell die Shorts verkaufen. Heute wurden auch wieder Shorts verkauft oder Longs gekauft. Auf jeden Fall strebt der DAX bereits die Kurslücke zum Island Gap an. Dafür müssten wir die 13.624 erreichen. Heute standen wir schon kurz davor.

Wenn das gelingt, ist das ein weiteres Kaufsignal. Eines wurde heute bereits erreicht mit dem Knacken des Bereichs um 13.460 Punkte.

Wie tief kann der DAX fallen?

Wenn Sie den großen Pfeil nach Süden beachten – ab hier wird es wieder ernst. Dann sind die Bullen im Winterschlaf und die Bären haben die Macht. Mögliche Ziele sind offene Kurslücken im Chart. Diese habe ich in Rot eingezeichnet. Davon haben wir einige! Insofern sollten Sie das auf jeden Fall im Hinterkopf haben. Selbst wenn wir gerade einen erneuten Anlauf Richtung Allzeithoch machen. 600 Punkte jetzt nach unten und das Vorzeichen ändert sich ganz schnell!

Dann wären nämlich auch Kurse um 12.400 wieder plötzlich realistisch. Ob wir das Tief aus dem Herbst bei 11.450 bald wieder sehen? Einigen Permabären würde nicht einmal das reichen.

Klar, es wäre durchaus sexy, wenn der DAX sich noch einmal halbieren würde, bevor die Pandemie final gelöst ist – sofern das überhaupt möglich ist. Jetzt noch einmal schön unter das Tief aus dem Frühjahr laufen, also unter 8.000 Punkte, wäre als Einstieg für kommende Long-Positionen sicher wünschenswert.

Doch warum sollten die Kurse das tun? Es wird Geld gedruckt, als gäbe es morgen keins mehr. Die Zinsen sind weiter im Keller. Wo soll das Geld hin, wenn nicht in Aktien? Da spielt die Massenarbeitslosigkeit und die zerstörte mittelständischen Unternehmen keine Rolle.

Wenn 2.000 kleine Läden schließen und dafür die Leute bei Amazon einkaufen müssen, ist das offensichtlich gut für die Börse. Wir müssen einfach lernen zu differenzieren. Na gut, so sarkastisch wollte ich vor Weihnachten jetzt eigentlich nicht werden. Die Börse hat bislang auf jeden Fall ein absolut verrücktes Jahr bravurös überstanden. Dass sogar der DAX am Allzeithoch kratzt, sagt schon alles.

Vielleicht noch einen Satz für das kommende Jahr: Im März gibt es oft Extrempunkte an den Börsen. Dieses Jahr war es das Tief. Wenn wir 2021 im März auf neuen Höchstkursen stehen, kommt danach vielleicht das laute „Pop“ – und wir erleben das Platzen einer Blase im Markt. Wenn Sie also bärisch gestimmt sind, geben Sie der Börse noch drei Monate.

Oder es geht einfach nicht mehr nach unten. Die Notenbanken unterstützen, wo Sie nur können. Im Januar gibt Trump das Zepter an Biden ab und dann wird die Welt sowieso wieder besser. Von mir aus könnte dann auch Covid irgendwann verschwinden. Am liebsten kurz nach der Amtsübergabe in den USA, so sie denn kommt.

Was ändert sich 2021?

Ja, wir haben immer noch ein paar große Fragezeichen, mit denen wir in das nächste Jahr rutschen. Es soll schließlich auch spannend bleiben. Und wenn wir dann irgendwann bei den zweistelligen Wellen und Lockdowns angekommen sind, haben wir sowieso ganz andere Sorgen. Das Thema lösen wir dieses Jahr nicht mehr. Dafür dann hoffentlich im nächsten.

Genießen Sie jetzt die vermutlich ruhigen Börsentage zwischen den Jahren. Vielleicht ziehen die Kurse einfach nur gemütlich nach oben. Und überlegen Sie sich auch noch, welche negativen Trades Sie dieses Jahr noch schließen wollen. Beim Schrottwichteln haben wir von Olaf Scholz das Limit von 20.000 Euro bekommen. Mehr Verluste dürfen wir dann in Zukunft wohl nicht mehr steuerlich geltend machen. Ob das wirklich so kommt oder ein Gericht noch Veto einlegt, müssen wir ebenfalls abwarten.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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