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Deutsche Bank: Milliarden-Boni im Blickpunkt

Inhaltsverzeichnis

Morgen wird die Deutsche Bank in Frankfurt ihre Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorlegen. Es wird mit einem Nettogewinn von rund 480 Mio. Euro gerechnet. Die Boni, die das seit Jahren wankende größte deutsche Geldinstitut zahlt, liegen aber immer noch im Milliardenbereich.

Das passt aus meiner Sicht nicht zusammen. Auch Vergütungsexperten zeigen sich erstaunt ob der Tatsache, dass Erfolg und Bonuszahlungen bei der ehemaligen deutschen Vorzeigebank ganz offensichtlich so gar nichts mehr miteinander zu tun haben.

2 Mrd. Euro Boni bei knapp 500 Mio. Euro Gewinn

Die Bonuszahlungen für das vergangene Geschäftsjahr, die das Management der Deutschen Bank am Freitag ankündigen wird, werden wohl bei rund 2 Mrd. Euro liegen. Das wäre zwar mindestens ein Zehntel weniger als im Jahr zuvor, aber auf der anderen Seite muss der Bonus inzwischen auch auf deutlich weniger Mitarbeiter verteilt werden. Per Ende September 2018 zählte die Deutsche Bank bereits knapp 3% oder 3.000 Mitarbeiter und damit auch Boni-Empfänger weniger als Ende 2017.

Dass die Deutsche Bank bei einem Nettogewinn von nur knapp 500 Mio. Euro wieder einmal Boni in einem Gesamtumfang von 2 Mrd. Euro verteilen will, finde ich, salopp gesagt, schon ein starkes Stück, vor dem Hintergrund der chronischen Erfolglosigkeit und der zahlreichen Skandale, in die die Bank seit Jahren verstrickt ist.

Das Management der Deutschen Bank musste im vergangenen Jahr mehrfach die Kosten- bzw. Ertragsziele revidieren und so kam es, dass das Geldhaus rund die Hälfte des Börsenwerts verlor.

Darüber hinaus ist die Deutsche Bank als Korrespondenzbank in den Geldwäsche-Skandal um die Danske Bank verwickelt gewesen und im Dezember ist die Staatsanwaltschaft zu einer Razzia im Zusammenhang mit den sogenannten Panama Papers erschienen.

Schwache Argumente auf Seiten der Deutschen Bank

Wir halten fest: Trotz schlechter Managementleistung und der Verwicklung in diverse Skandale werden die Bonuszahlungen für das vergangene Geschäftsjahr wohl etwa vier Mal so hoch ausfallen wie der Nettogewinn. In den vergangenen Jahren war es sogar noch krasser. In den vergangenen 4 Jahren hat die Deutsche Bank ein Minus von insgesamt 8,4 Mrd. Euro eingefahren, gleichzeitig aber rund 7 Mrd. Euro an Boni gezahlt. Verrückt oder?

Schauen wir uns nun an, wie die Deutsche Bank das begründet: Dazu heißt es immer wieder, dass diese Boni nötig seien, um wettbewerbsgerechte Vergütungen zu bieten und gute Mitarbeiter zu halten.

Dazu folgendes: Erstens vergleicht sich die Deutsche Bank hier auch beispielsweise mit US-Banken, die in den vergangenen Jahren üppige Milliardengewinne eingefahren haben und zweitens kann ich angesichts der schwachen Zahlen nicht so viele gute Manager bei der Deutschen Bank sehen, die man unbedingt mit hohen Bonuszahlungen halten müsste. Denn die operative Performance der Deutschen Bank lässt nicht gerade den Schluss zu, dass die Frankfurter ein vergleichsweise gutes Management haben.

Schlimm finde ich auch, dass gleichzeitig die Aktionäre der Deutschen Bank mit einer Mindestdividende abgespeist werden und somit quasi die Zeche zahlen. Daher mache ich um die Aktie der Deutschen Bank nach wie vor einen großen Bogen.