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Die Banken haben vorgesorgt

Die Banken haben vorgesorgt
Anton Violin / shutterstock.com
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Im Zuge der Corona-Krise mussten fast alle Banken hohe Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite bilden. Einige rutschten dadurch sogar in die roten Zahlen. Allerdings wurde bereits im 1. Halbjahr so gut vorgesorgt, dass die Wertberichtigungen im 3. Quartal vielfach unter den Erwartungen lagen. Für die Banken gibt es Licht am Ende des Tunnels. Bei einem schweren Verlauf der Pandemie in den Wintermonaten mit ernsten wirtschaftlichen Verwerfungen ist mit weiteren Kreditausfällen zu rechnen.

Ein traditionsreicher Name verschwindet

Die Royal Bank of Scotland gibt es nicht mehr. Das Institut wurde in NatWest umbenannt. Damit verschwindet der königliche Name nach 293 Jahren. Die Bank wagt den Neuanfang und will Altlasten abschütteln. Ob das gelingt, ist allerdings fraglich. Denn neben der Corona-Krise wartet auf die britische Bank durch den immer noch ungeregelten Brexit bereits der nächste Belastungsfaktor.

Ausländische Banken reagierten bereits. So transferierte JPMorgan Vermögenswerte im Wert von 200 Mrd. $ von London nach Frankfurt und steigt damit zur sechstgrößten deutschen Bank auf. Auch die Citigroup zieht 46 Mrd. $ aus der britischen Finanzmetropole ab und empfiehlt seinen Mitarbeitern, sich an anderen europäischen Standorten der Bank zu bewerben.

In der EU werden fast keine Dividenden mehr gezahlt

Angesichts der unsicheren Lage haben die meisten Banken die Dividende ausgesetzt. In Europa soll eine neuerliche Bankenkrise um jeden Preis verhindert werden. Deshalb haben die Aufsichtsbehörden Dividenden sogar weitgehend verboten, um Kapitalabflüsse zu verhindern. Eine neuerliche Rettungspolitik auf Kosten der Steuerzahler wäre nach üppigen Dividendenzahlungen an die Aktionäre politisch nicht mehr zu rechtfertigen. Jenseits des Atlantiks sieht die Lage anders aus. Citigroup und JPMorgan haben die Dividende sogar erhöht.

Auch American Express hält an der Dividende fest. In der Schweiz wird ebenfalls fleißig Geld an die Aktionäre verteilt. Die Credit Suisse hält im November sogar eine außerordentliche Hauptversammlung ab, um die zweite Hälfte der Dividende ausschütten zu können.

Wann kommt die Konsolidierung?

Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung wird sich der Bankenmarkt radikal verändern. Eine Marktkonsolidierung mit paneuropäischen Fusionen steht vor der Tür. Die Commerzbank und die Deutsche Bank müssen dabei aufpassen, nicht als Juniorpartner zu enden. Eine aktive Rolle bei der Marktkonsolidierung könnte die UBS spielen. Die Bank ist gut durch die Krise gekommen und ist solide genug finanziert, um auch größere Übernahmen zu stemmen.