Deutsche Börse: DAX30 wird zu DAX40

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Die Deutsche Börse stockt die Anzahl der DAX-Mitglieder von 30 auf 40 auf und beschließt einige weitere Reformen. Lesen Sie hier die Details. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Anfang Oktober habe ich Ihnen an dieser Stelle geschrieben, dass vor uns möglicherweise die größte DAX-Reform in der über 30-jährigen Geschichte des deutschen Aktien-Leitindex steht. Nun ist die Reform beschlossen: Aus dem DAX30 wird ein DAX40.

Warum das so ist, wann die Änderungen in Kraft treten und was sich außer der Aufstockung von 30 auf 40 Werte sonst noch tut, erfahren Sie jetzt hier im Schlussgong. Darüber hinaus schauen wir uns noch den kleinen Bruder des DAX, den MDax, an und blicken auf die Auswirkungen der DAX-Reform auf den Index für mittelgroße Werte.

Was sich im DAX verändert

Schauen wir zunächst einmal auf den Hauptauslöser für die umfassende Indexreform: den Wirecard-Skandal. Im Sommer dieses Jahres erschütterte ein riesiger Skandal rund um das ehemalige DAX-Mitglied Wirecard die deutsche Börsenlandschaft.

Dieses Skandal kennt leider nur Verlierer: Die Wirecard-Aktionäre, die Aufsichtsbehörden, die Politik und die deutsche Aktionärskultur im Allgemeinen. Eine Reaktion auf den Wirecard-Skandal: Zukünftig sollen Unternehmen, die ihre Bilanzen nicht rechtzeitig vorlegen, unmittelbar aus dem DAX entfernt werden. Das hätte im Fall von Wirecard zu einem sehr viel schnelleren Ausscheiden aus dem deutschen Leitindex geführt.

Daneben wird die Anzahl der DAX-Mitglieder von heute 30 auf 40 erhöht. Im Gegenzug wird der MDax kleiner. Der kleine Bruder des DAX schrumpft von heute 60 auf dann 50 Mitglieder. Ebenfalls wichtig: Zukünftig sollen nur noch Unternehmen in den DAX einziehen, die mindestens zwei Jahre operative Gewinne erzielt haben (auf EBITDA-Basis).

Das hätte im Fall des aktuellen DAX-Mitglieds Delivery Hero (erst seit diesem September im DAX) dazu geführt, dass dem Unternehmen der Aufstieg in den DAX verwährt geblieben wäre, da Delivery Hero umsatzmäßig zwar stark wächst, jedoch noch keine operativen Gewinne schreibt.

Diese Änderung begrüße ich ausdrücklich, da Wachstumsunternehmen mit noch roten Zahlen im Technologie-Index TecDax eine ideale Heimat haben und nicht in den DAX gehören.

Weitere Änderungen und ab wann sie greifen

Wichtig zu wissen ist auch, dass die Zusammensetzung des DAX zukünftig zwei Mal im Jahr überprüft wird und nicht – wie derzeit noch – nur ein Mal. Aktuell sieht die Regelung eine Überprüfung im September vor. Zukünftig finden die Überprüfungen im März und im September statt.

Dabei wird in Zukunft nur noch auf den Börsenwert der Unternehmen geschaut und nicht mehr auf den Handelsumsatz. Diese Änderungen greifen ab September 2021. In den vergangenen Tagen wurden aber bereits zahlreiche MDax-Unternehmen als potenzielle DAX-Aufsteiger gehandelt.

Ich stelle Ihnen in einer der nächsten Schlussgong-Ausgaben die aus heutiger Sicht heißesten DAX-Anwärter vor. Einen wichtigen Tipp möchte ich Ihnen schon heute in diesem Zusammenhang geben: Kaufen Sie nicht einfach „blind“ die Aktien von potenziellen DAX-Aufsteigern. Sie sollten immer auch auf die fundamentale Bewertung schauen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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