Die Logistik-Branche wird zum Corona-Gewinner

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Der Online-Handel floriert. Die Deutschen bestellen seit dem Ausbruch der Corona-Krise mehr Waren per Internet denn je. (Foto: Michael715 / shutterstock.com)

Für Logistik-Firmen ist schon seit April 2020 wie Weihnachten. Weil immer mehr Kunden online bestellen, transportieren sie so viele Pakete wie sonst im Advent. Denn der Online-Handel floriert. Die Deutschen bestellen seit dem Ausbruch der Corona-Krise mehr Waren per Internet denn je. Die Logistik ist in Deutschland der größte Wirtschaftsbereich nach der Automobilwirtschaft und dem Handel. Sie rangiert noch vor der Elektronikbranche und dem Maschinenbau; mit mehr als 3 Mio. übertrifft sie dessen Beschäftigtenzahl um das Dreifache.

Die Steuerung der Waren- und Informationsflüsse aber auch der Transport der Güter und ihre Lagerung sind wichtige Wirtschaftsfunktionen, die hohe Werte schaffen. Rund 285 Mrd. € Umsatz wurden im Jahr 2020 erwirtschaftet. Deutschland nimmt dabei eine internationale Spitzenposition in Infrastrukturqualität und Logistiktechnologie ein.

Der Online-Handel wächst ungebrochen

Mit ihrem breiten Angebot an Logistikdienstleistungen hat die Deutsche Post vom Anstieg der weltweiten E-Commerce-Aktivitäten profitiert und im Geschäftsjahr 2020 den Umsatz um 5% gesteigert. Beleg für das profitable Wachstum ist die außerordentlich positive Entwicklung im Express- sowie im nationalen und internationalen Paketgeschäft. Der dynamische Anstieg der Sendungsmengen beschleunigte sich nochmals im Weihnachtsgeschäft, insgesamt wurden die Sendungsmengen um 23% auf Rekordniveau gesteigert.

Das Geschäft mit der Paketflut kompensierte den Rückgang bei Werbe- und Standardbriefen. Der Rückgang stabilisierte sich im 4. Quartal bei -7%. Der gelbe Riese dürfte mit Bravour durch 2021 kommen. Das Geschäftsmodell ist extrem robust.

Auch der größte Konkurrent UPS erlebte einen Paket-Boom. Die zahlreichen Online-Bestellungen rund um das Weihnachtsgeschäft kamen dem Konzern zugute. Im 4. Quartal stieg der Umsatz um 21%. Der bereinigte Gewinn stieg um mehr als ein Viertel. Der florierende Paketversand in der Krise hat auch FedEx zu deutlich mehr Umsatz und Gewinn verholfen.

Im 2. Quartal (bis Ende November) stieg der Umsatz um 18,7%. Unterm Strich verdiente der Konzern mit 1,2 Mrd. $ mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Bei den Anlegern kamen die Zahlen nicht so gut an, weil FedEx wegen der Ungewissheiten aufgrund der Pandemie keine Prognose für das laufende Geschäftsjahr abgab.

Digitalisierung gegen den Paketstau

Teils konnten die Logistik-Firmen die rasante Nachfrage kaum bewältigen. Bei der Deutschen Post kam es zum Paketstau. Damit sich das nicht wiederholt, baut der gelbe Riese zusätzliche Kapazitäten auf. Helfen soll unter anderem eine zunehmende Digitalisierung bei der Auftragsabwicklung. So setzt die DHL auf künstliche Intelligenz.

Mittels Algorithmen lassen sich Routen optimieren und Bestellungen bündeln. An der Börse wird die Logistik-Branche, die jahrelang als langweilig galt, neu entdeckt. Die Aktie der Deutschen Post hat sich seit dem Tiefpunkt im Corona-Crash mehr als verdoppelt. Die Aktie von UPS hat knapp 90% gewonnen. Die Papiere von FedEx kletterten gar um mehr als 180% nach oben.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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