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DAX-Aufsteiger Deutsche Wohnen bleibt aussichtsreich

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Gestern habe ich Ihnen hier im Schlussgong über die am 22. Juni anstehenden Veränderungen in den deutschen Aktien-Auswahlindizes berichtet. Die wichtigste Änderung: Das DAX-Gründungsmitglied Lufthansa muss seinen Platz nach 32 Jahren räumen. Dafür steigt das Berliner Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen SE in die erste deutsche Börsenliga auf.

Erstmals seit 14 Jahren ist damit wieder ein Unternehmen aus der Bundeshauptstadt Berlin im DAX vertreten. Damals war der Pharmakonzern Schering durch Bayer übernommen worden. Ich möchte ich Ihnen den DAX-Aufsteiger Deutsche Wohnen heute etwas näher vorstellen.

Deutsche Wohnen: Zweitgrößter deutscher Wohnimmobilien-Konzern

Hinter der Bochumer Vonovia, die bereits seit fünf Jahren dem DAX angehört, ist Deutsche Wohnen der zweitgrößte Verwalter von Wohnimmobilien in Deutschland. Die Berliner konzentrieren sich auf die Wohnungsbewirtschaftung, das Portfoliomanagement und die Wohnungsprivatisierung. Das Portfolio des Konzerns umfasst derzeit ungefähr 165.000 Einheiten, rund 163.000 davon sind Wohneinheiten.

Der Löwenanteil der Wohnungen (rund 116.000) befindet sich in Berlin. Dort trat am 23. Februar ein Gesetz für einen Mietendeckel in Kraft. Damit werden die Mieten für 1,5 Mio. Wohnungen, die vor 2014 gebaut wurden, für fünf Jahre eingefroren.

Für Neuvermietungen gelten Obergrenzen. Wegen des Mietendeckels muss der Konzern im November Bestandsmieten senken, die mehr als 20% über der zulässigen Obergrenze liegen. Davon sind circa 30% der Mietverhältnisse in der Hauptstadt betroffen.

Das bleibt nicht ohne Folgen. Für dieses Jahr rechnet das Management mit einem operativen Gewinn ungefähr auf Vorjahresniveau. 2019 hatte Deutsche Wohnen das operative Ergebnis um 12% auf 538 Mio. Euro gesteigert.

Deutsche Wohnen investiert in die Zukunft

Dem schwierigen Umfeld am Firmensitz in Berlin begegnet der Konzern mit massiven Investitionen in Neubauten. Dazu übernimmt die Deutsche Wohnen den Projektentwickler Isaria Wohnbau für rund 600 Mio. Euro von dem Finanzinvestor Lone Star. Insgesamt sollen 2.700 Wohn- und Gewerbeeinheiten entstehen, die Hälfte davon in München, der Rest in anderen Großstädten wie Hamburg, Stuttgart und Frankfurt.

Daneben plant der Konzern mit 2.500 neuen Wohnungen in Berlin. Insgesamt will das Unternehmen mehr als 3 Mrd. Euro in den Neubau von Wohn-, Pflege- und Büroimmobilien investieren.

Deutsche-Wohnen-Aktie bleibt aussichtsreich

Unter dem Strich bleiben die Perspektiven für den Immobiliensektor und die Deutsche Wohnen gut. Die Folgen der Corona-Pandemie belasten nur temporär.

Auf der anderen Seite hat die Krise einen großen positiven Effekt für die Branche: Die hohe Neuverschuldung der Staaten zementiert die Null-Zins-Politik und schafft somit ein ideales Umfeld für Sachwerte und damit vor allem auch für Immobilien und Immobilien-Aktien.

Die Deutsche-Wohnen-Aktie hat den Corona-Rückschlag längst wieder aufgeholt und kletterte zuletzt auf den höchsten Stand seit März 2019. Dennoch notiert der Kurs nach wie vor deutlich unter dem Nettoinventarwert. Der Buchwert des Portfolios liegt derzeit bei rund 48 Euro pro Aktie. Daraus ergibt sich in guten Marktphasen meines Erachtens weiteres Kurspotenzial.