Ist dieser Wert eine Inflations-Aktie?

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Trotz Krise wird munter gebaut. Um einen Stoff kommen die wenigsten Häuslebauer herum. (Foto: Nopphinan/Shutterstock)

Die Krise ist auf der Zielgeraden – und für Unternehmen aus der Baubranche wurde längst eine neue Runde eingeleitet. Nur kurz waren die Rückschläge auf dem Immobilienmarkt zu spüren, dann richteten Investoren und Bauherren den Blick wieder nach vorne. Das merkt man aktuell auch daran, dass die Preise vieler Baugüter und Grundstoffe bereits stark angestiegen sind. Hier liegt Inflation in der Luft.

Wir erklären Ihnen, ob die Aktie von HeidelbergCement ein Inflationsgewinner sein kann. Zunächst aber zum Unternehmen selbst. HeidelbergCement  ist seit der Hanson-Übernahme der weltweit drittgrößte Baustoffhersteller und in Deutschland die Nummer 1. Das Produktangebot umfasst Zement, Beton und Zuschlagstoffe. Der Konzern ist mit gut 3.100 Standorten in mehr als 50 Ländern präsent.

Solide, trotz Krise

HeidelbergCement hat im vergangenen Jahr in einem herausfordernden Umfeld solide Ergebnisse erzielt. Zwar hat der Konzern 6,6% weniger umgesetzt und unter dem Strich abschreibungsbedingt tiefrote Zahlen geschrieben, die viel beachtete operative Marge vor Abschreibungen (EBITDA-Marge) verbesserte sich jedoch von 19 auf 21,1%. Zudem wurden das Sparziel von 1 Mrd € mit 1,3 Mrd € deutlich übertroffen und die Nettofinanzschulden um 1,5 Mrd € auf 6,9 Mrd € gesenkt. Besonders gut abgeschnitten hat  HeidelbergCement in den wichtigen Absatzregionen Nordamerika, Nord- und Osteuropa sowie Asien.

In diesen Regionen erzielte der Konzern EBITDA-Margen von 22,1, 23,1 und 25,2%. Im September hat  HeidelbergCement sein neues Strategieprogramm Beyond 2020 vorgestellt. Ziel ist es, die EBITDA-Marge bis 2025 auf 22% zu steigern. Aus Regionen, die sich schwach entwickeln, wird sich  HeidelbergCement verabschieden.

In Kuwait hat sich der Konzern bereits von seinen Beteiligungen getrennt. Auch der Rückzug aus Kalifornien wird geprüft. Der Wert der Assets wird auf 1,5 Mrd € geschätzt. Gleichzeitig wird die Digitalisierung forciert, um die Effizienz zu steigern und Kosten in Produktion und Verwaltung zu senken. Und wenn die Geschäfte gut laufen, sollen auch eigene Aktien zurückgekauft werden.

Was wir von der Aktie halten

Das Management geht davon aus, dass die Nachfrage nach Baustoffen in diesem Jahr in vielen Märkten wieder anziehen wird. Für Rückenwind sollten die Infrastrukturprogramme in Australien, Indien und den USA sorgen. Ziel ist es, Umsatz und EBITDA leicht zu steigern. Auch das allgemein steigende Preisniveau könnte für das Unternehmen ein positives Signal sein. Da Bauherren um Zement nicht herumkommen, verfügen die Unternehmen der Branche über eine entsprechende Preissetzungsmacht. Schauen Sie sich die Aktie gerne näher an!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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