HelloFresh: Kochboxversenders verleibt sich australischen Fertigessenanbieter ein

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Der Berliner Kochboxversender HelloFresh baut mit der Übernahme in Australien sein Standbein mit Fertigessen weiter aus. (Foto: FOOTAGE VECTOR PHOTO / shutterstock.com)

Die Kursentwicklung des Kochboxversender HelloFresh seit dem Börsengang im November 2017 kann sich mehr als sehen lassen. Zu 10,25 Euro kamen die Papiere an den Markt – inzwischen notiert die Aktie bei 82 Euro. Damit liegt der Börsenwert bei über 14 Milliarden Euro und die Firma hat sich zu einem ernstzunehmenden DAX-Aspiranten entwickelt.  Dabei sorgte nicht nur die Corona-Pandemie für kräftigen Rückenwind. Auch die Strategie gezielter Zukäufe hat das Wachstum befeuert. Gerade erst haben die Berliner die geplante Übernahme Fertigessen spezialisierte Youfoodz in Australien bekanntgegeben.

HelloFresh – Lebensmittelboxen für Kochmuffel

Bevor ich Ihnen die aktuellen Übernahme im Detail vorstelle, möchte ich Ihnen erst noch auf das Geschäftsmodell von HelloFresh eingehen: HelloFresh ist ein Lieferservice für Lebensmittel. Das Unternehmen liefert die passenden Zutaten und die Rezepte für Gerichte zum selber Kochen an die Haustür. Die Lieferungen können individuell abgestimmt werden und die Essensplanung mit wöchentlich neuen Gerichtideen wird von HelloFresh übernommen.

Abonnenten des Services können jede Woche aus abwechslungsreichen Gerichten auswählen und sparen sich den Weg zum Supermarkt. Das Unternehmen wurde 2011 gegründet und ist in Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, Australien und Kanada aktiv. Der Unternehmenssitz befindet sich in Berlin und HelloFresh unterhält weitere Büros in New York, London, Amsterdam, Zürich, Sydney und Toronto.

Wachstumsdynamik hält an

Auch zum Jahresstart hielt die hohe Geschäftsdynamik an. Im ersten Quartal 2021 verzeichnete HelloFresh ein über den Planungen hinausgehendes Kundenwachstum und weiterhin hohe Bestellraten. Insgesamt zählt die Gesellschaft 7,28 Millionen Kunden (+74% zum Vorjahresquartal). Bei der Anzahl der Bestellungen erreichte HelloFresh sogar einen Zuwachs um 98,6% auf 29,28 Millionen. Unter dem Strich kletterte der Umsatz um 106% auf 1,44 Milliarden Euro. Gleichzeitig stieg das Ergebnis vor Steuern und Zinsen um 187,3% auf 133,9 Millionen Euro an.

Übernahme in Australien….

Jetzt strecken die Berliner ihre Fühler nach Australien aus und schlucken für umgerechnet 79 Millionen Euro die auf Fertigessen spezialisierte Gesellschaft Youfoodz. HelloFresh bietet 0,93 australische Dollar je Aktie in bar. Der gebotene Preis für Youfoodz entspricht einem deutlichen Aufschlag von 82 % auf den Schlusskurs vor der Übernahme. Allerdings hatten die Papiere seit dem Januar-Hoch bis Mai auch deutlich um zwei Drittel an Wert verloren. Der Erwerb soll aus den liquiden Mitteln finanziert werden.

…..baut Position im Markt mit Fertigessen aus

Mit dem Zukauf sichert sich HelloFresh eine führende Positionen mi Markt mit Ready-to-eat-Mahlzeiten in Australien. Dabei ist die Übernahme von Youfoodz ist nicht die erste Transaktion im Geschäft mit Fertigessen. Bereits im November letzten Jahres haben sich die Berliner mit dem Kauf von Factor75 in den USA in diesem Marktsegment positioniert. Zum Hintergrund: Die Vereinigten Staaten sind der mit Abstand wichtigste Markt des Unternehmens.

Youfoodz bietet neben Fertigessen auch Snacks und Getränke an. Insgesamt betreibt die Firma drei Produktionsstätten in Brisbane, die wöchentlich im Schnitt 400. 000 verzehrfertige Mahlzeiten, 80. 000 Snacks und 25 .000 Getränke herstellen. Die Marke soll auch nach dem Zusammenschluss weitergeführt werden.

Konzernführung zeigt sich zuversichtlich

Für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich die Konzernführung zuversichtlich und peilt ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 35 und 45% an. Das ist deutlich mehr als noch zuvor: HelloFresh war zuvor von 20 bis 25% ausgegangen. Bei der um Sondereffekte und Holdingkosten bereinigten Vorsteuergewinnmarge (Ebitda) rechnet Firmenchef Dominik Richter mit einer Range zwischen 10 bis 12%. Damit wurde das untere Ende der alten Prognose um einen Prozentpunkt angehoben (alt: 9 bis 12%).

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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