Jungheinrich-Aktie nach Prognoseanhebung im Höhenflug

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Jungheinrich feuert zum Jahresstart aus allen Zylindern: Kursrally geht nach Prognoseanhebung in die nächste Runde (Foto: romaset/AdobeStock)

Zuletzt gehörten konjunktursensitive Aktien zu den klaren Gewinnern. Vor dem Zuge der für den Jahresverlauf prognostizierten Wirtschaftserholung zogen deren Papiere deutlich an. Auch die Aktie des Gabelstaplerspezialisten Jungheinrich legte eine rasante Kursrally aufs Parkett. Seit dem Jahreswechsel notiert die Aktie 20% fester, auf Zwölfmonatssicht haben sich die Papiere sogar verdreifacht.

Jungheinrich im Portrait

Bevor ich auf die aktuellen Gründe für den jüngsten Höhenflug eingehe, möchte ich Ihnen den Konzern noch näher vorstellen. Jungheinrich, gegründet im Jahr 1953, zählt zu den weltweit führenden Lösungsanbietern für die Intralogistik. Mit einem umfassenden Portfolio an Flurförderzeugen, Logistiksystemen sowie Dienstleistungen bietet Jungheinrich seinen Kunden passgenaue Lösungen für die Herausforderungen der Industrie 4.0.

Die Konzernstrategie ist auf nachhaltiges, profitables Wachstum und damit auf die Steigerung des Unternehmenswertes ausgerichtet. Ziel ist es, die Nummer-1-Marke der Intralogistik in allen europäischen Märkten zu werden und langfristig zu den Top 3 der globalen Anbieter zu gehören.

Leichter Umsatzrückgang im Corona-Jahr…

Mit seiner Positionierung manövrierte der Konzern auch gut durch die Virus-Pandemie. In 2020 sank der Umsatz nur leicht um 6,4% auf 3,80 Milliarden Euro. Der Gewinn ging etwas stärker (-14,6%) auf 151 Millionen Euro zurück. Durch die kräftige Erholung im Jahresverlauf lagen am Ende aber alle Kennzahlen in der oberen Hälfte der im Oktober 2020 angehobenen Prognose, zum Teil sind die Ziele sogar übertroffen worden.

…..und starker Jahresstart

Dabei setzte sich die Erholung zum Jahresstart mit hoher Dynamik fort. Der Umsatz stieg auf 959 Millionen Euro (+4,2% vs. Vorjahresquartal). In einem anspruchsvollen Marktumfeld verbesserte sich das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) deutlich um 34% auf 72,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind Zuführungen zu Rückstellungen in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrages. Die Vorsteuergewinnmarge erhöhte sich entsprechend von 5,8% auf 7,5%.

Prognose nach starkem Auftragseingang nach oben geschraubt

Ausgesprochen robust präsentierte sich der Auftragseingang zum Jahresbeginn, der sich um 30% auf 1,32 Milliarden Euro verbesserte. Entsprechend positiv zeigt sich die Konzernführung und hebt die Jahresplanung an: Erwartet wird jetzt, dass ein Jahresumsatz zwischen 4 und 4,2 Milliarden Euro durch die Bücher geht. Zum Vergleich: Erst Ende März hatte Jungheinrich bei der Vorlage der Bilanz 2020 eine Bandbreite von 3,9 bis 4,1 Milliarden Euro in den Raum gestellt.

Gewinnmargen sollen spürbar steigen

Auch bei der Profitabilität sattelt das Hamburger Unternehmen einen drauf: Statt wie bislang geplant zwischen 260 und 300 Millionen Euro soll das Vorsteuerergebnis (EBIT) nun zwischen 300 und 350  Euro landen. Damit würde die EBIT-Marge zwischen 7,5 und 8,3% liegen und damit deutlich über dem Vorjahresniveau.

Zugleich soll sich die Bilanzsituation weiter verbessern: Zum Jahresende rechnet der Konzern mit einem um rund 100 Millionen Euro höheren Nettoguthaben von deutlich über 300 Millionen Euro.

Analysten neutral gestimmt

Nach der starken Kursrally sehen die Analysten momentan aber wenig Aufwärtspotenzial. Im Schnitt stufen die Experten die Aktie als Halteposition ein. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 39,82 Euro rund 10% unter dem aktuellen Aktienkurs.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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