Jungheinrich hebt seine Ziele noch höher

jungheinrich

Der Hamburger Gabelstaplerhersteller Jungheinrich hebt seine Ziele an - denn Umsatz- und Gewinnentwicklung sind vielversprechend. (Foto: romaset/AdobeStock)

Wussten Sie, dass man auch unter Gabelstaplerherstellern zweistellig wachsende Unternehmen finden kann? So zum Beispiel das Hamburger Unternehmen Jungheinrich, das nach der Anhebung der Geschäftsjahresprognose vor gerade einmal zwei Wochen mit der Vorlage seiner Quartalsmitteilung am Freitag diese erhöhten Erwartungen bestätigt und in Teilen präzisiert bzw. sogar angehoben hat.

Auftragseingänge wie bei einem Internetunternehmen

Aufgrund des starken Auftragseinganges im ersten Quartal 2021 und einer auch für den weiteren Jahresverlauf erwarteten hohen Nachfrage rechnet der Vorstand nunmehr mit einem Auftragseingang zwischen 4,2 und 4,5 Milliarden Euro. Bislang war von einer Spanne zwischen 3,9 und 4,1 Milliarden ausgegangen worden.

In den ersten drei Monaten legte der stückzahlbezogene Auftragseingang im Neugeschäft, der die Bestellungen für Neufahrzeuge einschließlich Mietgeräte enthält, im Vorjahresvergleich um rund 44 Prozent auf 46.100 Fahrzeuge zu, der wertmäßige Auftragseingang, der alle Geschäftsfelder umfasst, legte um gut 30  Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu, Werte, die man ansonsten eher von einem Internet- oder Technologieunternehmen erwarten kann. Ausschlaggebend sei neben dem flächendeckend sehr guten Auftragseingang für Neufahrzeuge nach Angaben des Vorstands vor allem die Nachfrage nach Automatiksystemen gewesen.

Umsatz nach drei Monaten deutlich über Vorjahr

Der Konzernumsatz dürfte sich aufgrund der großen Herausforderungen in der Lieferkette innerhalb einer Bandbreite zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Euro bewegen; bislang war man von einer Bandbreite zwischen 3,9 und 4,1 Milliarden Euro ausgegangen. Auslöser für die Anhebung der Umsatzziele ist auch hier die Geschäftsentwicklung im Auftaktquartal, in dem die Erlöse von einer guten Entwicklung in allen Geschäftsfeldern um 4  Prozent auf 959 Millionen Euro anzogen.

Auch die Gewinnentwicklung ist vielversprechend

Das Betriebsergebnis (das sogenannte Ergebnis von Zinsen und Steuern, kurz EBIT) des zweitgrößten europäischen Gabelstaplerherstellers wird 2021 nach aktueller Einschätzung zwischen 300 und 350 Millionen Euro liegen, was deutlich über den bisher prognostizierten Werten von 260 bis 310 Millionen Euro liegen wird. Demgemäß wird eine EBIT-Rendite in der Bandbreite von 7,5 bis 8,3 Prozent erwartet (bisher: 6,7 bis 7,6 Prozent). Hier ergab sich in den ersten drei Monaten vor allem dank einer besseren Auslastung der Werke ein Anstieg der Erträge um satte 34 Prozent auf 72,1 Millionen Euro.

Unter dem Strich verbuchte der im SDAX notierte Konzern im Vergleich zum Vorjahresquartal, das bereits von der Coronakrise betroffen war, einen um 57 Prozent gestiegenen Nachsteuergewinn. Des Weiteren erwartet der Vorstand nun, dass das Unternehmen zum Geschäftsjahresende 2021 ein Nettoguthaben von deutlich über 300 Millionen Euro aufweisen wird. Bislang war von einem Nettoguthaben von „deutlich über 200 Millionen Euro“ ausgegangen worden.

Überblick über das Geschäftsmodell

Das 1953 gegründete Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Lösungsanbietern für die sogenannte Intralogistik. Darunter versteht man die logistischen Material- und Warenflüsse, die sich innerhalb eines Betriebsgeländes abspielen. Der Begriff wurde definiert, um eine Abgrenzung zum Warentransport außerhalb eines Werkes zu schaffen, z. B. durch eine Spedition.

In diesem Markt bietet Jungheinrich ein breites Portfolio an Flurförderzeugen, Automatiksystemen und Dienstleistungen. Der Firmensitz des Unternehmens ist in Hamburg. Dabei ist Jungheinrich weltweit in 40 Ländern mit eigenen Direktvertriebsgesellschaften und in rund 80 weiteren Ländern durch Partnerunternehmen vertreten. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 18.000 Mitarbeiter.

„Wir sind sehr stark in das neue Geschäftsjahr gestartet“, meinte Vorstandschef Lars Brzoska. Vor allem der Auftragseingang, der ein neues Allzeithoch in einem Quartal erreicht habe, sei „Beweis für die äußerst erfolgreiche Arbeit des gesamten Teams“. Dem weiteren Jahresverlauf blicke man optimistisch entgegen. So viel Optimismus kommt an der Börse gut an. Die Jungheinrich-Aktie konnte seit Jahresbeginn um mehr als 14 Prozent zulegen. Anleger sollten die Aktie auf die Beobachtungsliste setzen.

jungheinrich

Jungheinrich-Aktie: Logistik-Spezialist legt sich Roboter-Start-Up ins PortfolioDer Logistikspezialist Jungheinrich verstärkt sich mit einer Robotik-Übernahme - und die zunehmende Automatisierung sorgt für Rückenwind für die Aktie. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
thilo-hassler-experte
Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz