Machen Sie um diese Aktie einen Bogen

Knaus Tabbert RED – Björn Wylezich

Personaldienstleister waren für Anleger lange eine sichere Bank. Doch dann kam die Krise. Was wir von Adecco halten. Lesen Sie unsere Analyse! (Foto: Björn Wylezich / Adobe Stock)

Über Jahre bestand in Deutschland nur in wenigen Bereichen Mangel. Einer davon war der Arbeitsmarkt. Fachkräfte waren und sind auch heute noch gefragt. Doch die Pandemie hat die Lage durchaus verändert. Gerade in der Industrie sind Unternehmen vorsichtiger geworden. So richtiges Wachstum gibt es nur noch in wenigen reinen Zukunftsbranchen. Wir haben für Sie analysiert, wie es um die Aktie von Adecco steht.

Adecco ist Weltmarktführer für Lösungen im Personalbereich. Zum Leistungsspektrum zählen neben der Vermittlung von Zeitarbeit Personalvermittlung, Outsourcing, Outplacement und Management auf Zeit. Der Konzern ist 1996 aus der Fusion von Adia und der Ecco-Gruppe entstanden und in über 60 Ländern aktiv, beschäftigt über 33.000 Mitarbeiter in fast 5.570 Niederlassungen. Frankreich ist mit einem Umsatzanteil von fast 23% Kernmarkt des Konzerns.

Schadensvermeidung bei Adecco

Adecco hat für das 1. Halbjahr schwache Zahlen vorgelegt. Der Umsatz sank um 19,4% auf rund 9,3 Mrd €. Unterm Strich konnte kein Gewinn erwirtschaftet werden. Es wurde ein erheblicher Fehlbetrag von 2,01 € je Aktie verbucht. Die Corona-Krise hat den Personaldienstleister schwer getroffen. Zeitarbeitsverträge können oft einfacher gekündigt werden als klassische Arbeitsverträge. Für Adecco waren Umsatz- und Gewinneinbrüche nicht abwendbar.

Diese Entwicklung konnte in allen regionalen Absatzmärkten gleichermaßen beobachtet werden. Bei der Erholung, also dem Neustart der Wirtschaft und der wieder steigenden Nachfrage nach Personal, gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Deutschland zeigt die größten Erholungstendenzen. In den USA sieht es dagegen etwas schlechter aus. Trotz der erwarteten Erholung in der 2. Jahreshälfte wird 2020 ein anspruchsvolles Geschäftsjahr bleiben. Adecco hat sich darauf konzentriert, möglichst ohne langfristige Schäden in das nächste Geschäftsjahr zu kommen. Nicht zwingend notwendige Investitionen wurden zurückgefahren. Die Liquidität und die Bilanz sollen geschont werden.

Adecco: Was Anleger jetzt tun sollten

Gleichzeitig versucht Adecco die Krise zu nutzen, um seine interne Struktur zu optimieren und effizienter zu gestalten. Der Digitalisierungsprozess nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein. Adecco möchte innovativer werden. Wir rechnen mit Personalkürzungen. Als Personaldienstleister wird Adecco als letzter von Konjunkturimpulsen profitieren. Für Aktionäre ist Adecco daher keine gute Wahl. Gerade wegen der wachsenden Unsicherheit sollten Sie als Investor besser noch abwarten – zu groß ist das Risiko, dass ein neuerlicher Konjunktureinbruch die gesamte Branche belastet. Machen Sie um die Aktie daher besser einen Bogen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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