Metro: Hier war zuletzt einiges los

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Bei dem Handelskonzern Metro war zuletzt einiges los. Nachdem der tschechische Metro-Großaktionär Daniel Kretinsky und sein slowakischer Partner Patrik Tkac im Sommer mit ihrem Übernahmeangebot für Metro im ersten Anlauf nicht erfolgreich waren, war es eine Zeit lang etwas ruhiger um Metro geworden.

Das hat sich in den vergangenen Wochen radikal geändert. Denn Metro verkauft unter anderem das China-Geschäft an den chinesischen Einzelhändler Wumei. Insgesamt wird der Deal mit 1,9 Mrd. Euro bewertet. Metro fließen 1 Mrd. Euro in Cash zu.

Details zum Verkauf des China-Geschäfts

Zudem erhält Metro eine 20%ige Beteiligung an einem Joint-Venture mit dem chinesischen Käufer. Mit dieser Beteiligung profitiert Metro zunächst weiter von der positiven Entwicklung des China-Geschäfts, kann sich aber dennoch strategisch auf das Großhandelsgeschäft konzentrieren und kann die China-Beteiligung evtl. zu einem späteren Zeitpunkt wieder verkaufen.

Das China-Geschäft von Metro wird mit dem 12fachen des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bewertet. Ein durchaus guter Wert. Der Verkauf muss allerdings noch bis Mitte 2020 von den Behörden genehmigt werden.

Indem sich Metro nach und nach von seinem Einzelhandelsgeschäft trennt, kann der Fokus zunehmend auf das Großhandelsgeschäft gerichtet werden. Zudem kann Metro die Verkaufserlöse in Digitalisierung, organisches Wachstum, Zukäufe im europäischen Großhandelssektor und in die Stärkung der Bilanz investieren.

Neben dem Einzelhandelsgeschäft in China soll auch die deutsche Einzelhandelstochter Real verkauft werden. Hier gab es zuletzt Fortschritte: Das Bundeskartellamt erteilte die Freigabe für den Verkauf an den Immobilieninvestor Redos, der Teile an Rivalen wie Edeka weiterreicht.

Großaktionär stockt Anteil auf

Ebenfalls interessant: Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky und sein slowakischer Partner haben ihren Metro-Anteil zuletzt deutlich aufgestockt. Die Investmentgesellschaft der beiden, EP Global Commerce (EPGC), hat von der Duisburger Familienholding Haniel weitere Anteile an Metro übernommen.

Wie EP kürzlich mitteilte, hält die Gesellschaft nun insgesamt 29,99% der Metro-Anteile. Zuvor hatte EPGC 17,52% der Anteile kontrolliert. Mit dem neuen Anteil kommt die Gesellschaft knapp um ein erneutes Übernahmeangebot für Metro herum. Dieses wäre bei Überschreiten der 30%-Schwelle fällig.

EPGC teilte aber mit, dass man Zugriff auf weitere Metro-Aktien aus dem Haniel-Bestand habe. Zudem teilte der Metro-Großaktionär mit, dass man eine angemessene Repräsentation im Metro-Aufsichtsrat anstrebe. Der Vertreter des langjährigen Metro-Großaktionärs Haniel, der sich komplett zurückziehen möchte, verlässt dagegen den Metro-Aufsichtsrat.

Die Metro-Stammaktie notiert derzeit bei knapp über 15 Euro. Im Sommer hatte der Großaktionär bereits 16 Euro je Aktie geboten. Das Angebot scheiterte jedoch. Gut möglich, dass wir demnächst ein erneutes, höheres Angebot sehen werden. Stamm- und Vorzugsaktie von Metro bleiben spannend.