Siemens ist kaum wiederzuerkennen

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Siemens ist langweilig und altbacken? Keineswegs! Warum der Wert Zukunft hat. (Foto: Alexey Novikov / Adobe Stock)

Zwei Unternehmen machen mehr Umsatz als eines. Auch wenn diese Milchmädchenrechnung nur im ersten Moment logisch erscheint, ist manchmal doch etwas dran. Der Weltkonzern Siemens hat zuletzt zwei seiner Töchter hübsch gemacht und an die Börse gebracht. Investoren sind jetzt zuversichtlich, dass diese Maßnahmen auch dem Mutterkonzern zu Gute kommen. Dieser soll sich jetzt auf das Wesentliche fokussieren können.

Wie es genau um Siemens steht, erfahren Sie in unserer Analyse. Vorab aber ein paar Details zu Siemens. Siemens ist einer der weltweit führenden Elektrotechnikkonzerne. Die Angebotspalette ist sehr breit und umfasst Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung, Anlagen-, Auto-, Verkehrs-, Medizintechnik, Computer, Audio- und Videosysteme. In rund 190 Ländern ist das vor über 160 Jahren gegründete Unternehmen für seine Kunden tätig. Deutschland und das restliche Europa sind mit einem Anteil von über 5% der bedeutendste Markt des Unternehmens.

Siemens macht Fortschritte

Siemens hat 2020 bei seiner strategischen Restrukturierung Fortschritte gemacht. Die Zahlen sind aber selbst auf bereinigter Basis nur unter Vorbehalt miteinander vergleichbar. Der Umsatz sank um 2,3% auf rund 57,1 Mrd €. Unterm Strich ging der Gewinn um 22,1% auf rund 4 Mrd € zurück. Der Auftragseingang lag bei 70 Mrd €. Somit ergibt sich ein Book-to-Bill-Ratio von 1,2. Werte über 1 kennzeichnen einen Wachstumsmarkt, was in Zeiten der Corona-Krise ein wichtiges Signal ist. Neben dem Zahlenwerk in der Pandemie war vor allem die Abspaltung des Energie-Geschäfts das zentrale Thema.

Unter Siemens Energy wurden das ehemalige Öl- und Gas-Geschäft sowie der Geschäftsbereich Siemens Gamesa, in der zuvor die Geschäfte mit erneuerbaren Energien zusammengefasst wurden, neu firmiert und eigenständig an die Börse gebracht. Strukturell ist es ein Erfolg. Jedoch war vor allem die Gamesa-Sparte ein wichtiger Wachstumstreiber, der jetzt für den Konzern wegfällt. Doch diese Schritte sind dringend notwendig. Siemens hat sich zu einer konglomeratsähnlichen Holding gewandelt, deren Fixkosten viel zu hoch sind. Fehlende Synergieeffekte belasten die Profitabilität.

Die richtigen Schritte in die Zukunft

Nach der Abspaltung von Siemens Healthineers und jetzt Siemens Energy kann sich Siemens wieder stärker auf Mobilität, digitale Industrien und seine kleineren Portfoliounternehmen fokussieren. Der Transformationsprozess steht im Sinne der Nachhaltigkeit – nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch und smart. Für Investoren sind das gute Nachrichten. Siemens bleibt ein solides Unternehmen –aber mit starker Ausrichtung in Richtung Zukunft. Bleiben Sie bei diesem Wert am Ball!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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