Siemens Energy steigt in den DAX auf

Siemens logo on the wall of the server room. Editorial 3D

Die Deutsche Börse ändert die Regeln für eine Mitgliedschaft in den Auswahlindizes. Davon profitiert Siemens Energy. (Foto: Alexey Novikov / Adobe Stock)

Haben Sie es mitbekommen? In der vergangenen Woche hat die Deutsche Börse die neuen Regeln für eine Mitgliedschaft in einem der vier Auswahlindizes DAX, MDAX, SDAX und TecDAX schon zum Teil umgesetzt. Leidtragender war Beiersdorf, profitieren konnte Siemens Energy.

Erste Regeländerung

Dass es überhaupt zu einer Veränderung der Auswahlindizes kam ist auf eine Regeländerung zurückzuführen, die die Deutsche Börse im vergangenen Jahr durchgesetzt hat. Diese betrifft den Zeitpunkt, an dem die Zusammensetzung der Indizes regulär überprüft wird. Nach den bisherigen Regularien geschah dies nur einmal jährlich, nämlich zum dritten Freitag im September. Nach den neuen Regeln gibt es einen weiteren regulären Überprüfungstermin: im März.

Mit der Folge, dass der Konsumgüterkonzern Beiersdorf, Ihnen bestens bekannt für die Haushaltsmarken Nivea-Creme und Hansaplast, aus dem DAX in den MDAX absteigen muss. Als Aufsteiger in das elitären Großwertesegment wurde, wenig überraschend, der Energietechnikkonzern Siemens Energy genannt.

Zweite Regeländerung

Neben dem Zeitpunkt, an dem die sogenannte Regular-Entry-Regel angewendet wird, hat die Deutsche Börse auch die Berechnungsmethode geändert, nach der ein Wert überhaupt in einen Index aufgenommen wird. Bislang wird eine Aktie in den DAX aufgenommen, wenn sie nach den Kriterien Streubesitzmarktkapitalisierung und Börsenumsatz zu den 30 größten Titeln zählt. Damit aber nicht genug, es muss zusätzlich aber auch einen DAX-Wert geben, der nach beiden Kriterien nicht mehr zu den 35 größten Aktien Deutschlands gehört. Beide Kriterien waren bei Siemens Energy und Beiersdorf erfüllt.

Ab September jedoch wird das Kriterium Börsenumsatz gestrichen. Für die Aufnahme in den DAX zählt mithin nur noch das Kriterium der Streubesitzmarktkapitalisierung. Womit es im September zu der kuriosen Situation kommen kann, dass Beiersdorf dann wieder in den auf 40 Aktien vergrößerten DAX zurückkehren könnte, sofern das Unternehmen an der Börse nicht weiter an Wert verliert.

Dritte Regeländerung

Fast unbemerkt von den meisten Marktteilnehmern hat die Deutsche Börse noch eine dritte Änderung durchgesetzt. Zukünftig ist es nämlich nicht mehr erforderlich, dass eine Aktie im Prime Standard der Deutschen Börse gehandelt wird. Eine Notierung im General Standard ist für die Mitgliedschaft in einem Auswahlindex der Deutschen Börse völlig ausreichend.

Von dieser Regeländerung wird die Porsche-Aktie profitieren, die im Jahr 2001 aus dem Universum der Auswahlindizes verbannt wurde, weil das Unternehmen die regelmäßige Quartalsberichterstattung verweigerte. Diese wiederum war von der Deutschen Börse zuvor als Bedingung für die Zugehörigkeit zum Prime Standard gemacht worden. Am 22. März wird die Porsche-Aktie damit wieder in den MDAX aufgenommen werden.

Doch auch von Porsche ist anzunehmen, dass das Gastspiel im Index der mittelschweren Aktien nur von kurzer Dauer ist. Belegt die Porsche-Aktie aktuell den 38. Platz in der Streubesitzmarktkapitalisierung. Bleibt es bis September bei dieser Positionierung, dann ist ein Aufsteigen in den vergrößerten DAX möglich.

Sollten Sie nun aber mit dem Gedanken spielen, eine der genannten Aktien allein deshalb zu kaufen, weil Sie sich nach der Aufnahme in den DAX einen zusätzlichen Kursschub versprechen, sei Ihnen gesagt, dass eine solche Kursreaktion statistisch gesehen nicht beobachtet werden kann. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge findet der größte Teil der Kursentwicklung bereits vor der Aufnahme in einen Auswahlindex statt.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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