Sixt: Erich Sixt übergibt an seine beiden Söhne

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Bei dem deutschen Autovermieter und Mobilitätsdienstleister Sixt war zuletzt einiges los. Hier erfahren Sie die Details und Hintergründe. (Foto: Ekaterina Lin / Shutterstock.com)

Bei dem deutschen Autovermieter und Mobilitätsdienstleister Sixt war in den vergangenen Tagen einiges los. In der vergangenen Woche meldete das Unternehmen bereits, dass man in den USA, dem größten Wachstumsmarkt, weiter investiert. Dafür wurde mit dem erfahrenen Mobilitätsexperten Michael Meißner ein weiterer hochkarätiger Manager installiert.

Er übernimmt die Position des President und Chief Operating Officer (COO) für Sixt in den USA. Das bedeutet: Er ist der neue Chef des operativen US-Geschäfts von Sixt. Zuvor konnte schon der ehemalige Finanzchef von Hertz verpflichtet werden. Mit dieser Kombination installiert Sixt ein schlagkräftiges Management und geht in die Offensive zur Gewinnung signifikanter Marktanteile im größten Mobilitätsmarkt.

Alexander und Konstantin Sixt übernehmen

Weiterhin meldete das Unternehmen in dieser Woche, dass der langjährige Chef Erich Sixt seinen Hut nimmt und sich zukünftig seine beiden Söhne Alexander und Konstantin den Chefsessel bei Sixt teilen werden. Erich Sixt bleibt dem Unternehmen aber erhalten und will zukünftig den Vorsitz des Aufsichtsrats übernehmen.

Die Machtübergabe soll am 17. Juni dieses Jahres stattfinden, dem Tag nach der diesjährigen Hauptversammlung. Erich Sixt sagte, er gehe in den „Teilzeit-Ruhestand“. Mit bald 77 Jahren habe er das Pensionsalter schon um 10 Jahre überschritten, und jetzt sei „der ideale Zeitpunkt für den Generationswechsel”.

Corona hinterlässt tiefe Spuren im 2020er Zahlenwerk

Blicken wir nun noch auf die Zahlen für das abgelaufene Jahr 2020. Zunächst einmal: Sixt bekam die Folgen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren. Der Umsatz sank um rund 39% auf 1,53 Mrd. Euro. Beim Vorsteuerergebnis (EBT) musste Sixt wie erwartet ein dickes Minus von 81,5 Mio. Euro verkraften. Im Jahr zuvor erzielte Sixt noch einen Vorsteuergewinn von 308,2 Mio. Euro.

Auch das Ergebnis nach Steuern war mit einem Minus von 98,8 Mio. Euro klar negativ und deutlich schlechter als im Jahr zuvor, als Sixt noch einen Nettogewinn von 225,3 Mio. Euro einfahren konnte. Analysten hatten im Vorfeld allerdings mit noch schlechteren Zahlen gerechnet. Die genannten Zahlen für 2020 beinhalten nicht das verkaufte Leasing-Geschäft.

Derzeit keine Prognose für das laufende Jahr

Für das laufende Geschäftsjahr 2021 hat das Unternehmen noch keine Prognose abgegeben. Derzeit sei nicht absehbar, wann die Nachfrage nach Mobilitätsdienstleistungen wieder an Dynamik gewinnen werde und in welchem Umfang touristische Reisen in diesem Jahr möglich sein werden, hieß es zur Begründung.

Erich Sixt gab sich „dennoch vorsichtig optimistisch“ mit Blick auf die Zeit nach Ende der Corona-bedingten Restriktionen. Da die Kurse der Sixt-Aktien (gilt sowohl für die Stämme als auch für die Vorzüge) die kommende Erholung jedoch bereits zu einem großen Teil vorwegnehmen, bietet sich ein Einstieg hier aktuell nicht mehr an.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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