Volkswagen zeigt potenziellen Lamborghini-Interessenten die kalte Schulter

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Volkswagen erhält Milliardenofferte für Luxus-Sportwagentochter Lamborghini: Management zeigt interessiertem Konsortium die kalte Schulter (Foto: AR Pictures / shutterstock.com)

Wer einmal in einem Lamborghini gefahren ist, wird das Gefühl so schnell nicht vergessen. Aber nicht nur bei Liebhabern schneller Sportwagen genießt die Edelmarke absoluten Kultstatus und hohe Aufmerksamkeit. Auch unter strategischen Investoren weckt die Marke Begehrlichkeiten. Zwar steht die Sportwagenmarke offiziell nicht zum Verkauf, aber laut Medienberichten hat Volkswagen dennoch gerade eine milliardenschwere Offerte auf den Tisch bekommen. Zum Hintergrund: Seit 1998 gehört Lamborghini als Teil der Audi AG zum Volkswagen Konzern.

Quantum bietet 7,5 Milliarden Euro…

Nun zu den Details: Einem Medienbericht zufolge hat Volkswagen ein Übernahmeangebot aus dem Umfeld der Eigentümerfamilie Piëch für seine Sportwagentochter Lamborghini erhalten. Unter Berufung auf Kaufunterlagen hat die neu gegründete Holding Quantum Group zusammen mit der Investmentfirma Centricus Asset Management ein erstes Angebot über 7,5 Milliarden Euro auf den Tisch gelegt.

…..und peilt strategische Partnerschaft an

Quantum wird dem Bericht zufolge von Rea Stark vertreten. Stark gilt als ein enger Vertrauter von Anton Piëch gilt, Sohn des verstorbenen VW-Patriarchen Ferdinand Piëch. Die beiden Männer haben vor zwei Jahren gemeinsam das Elektroauto-Start-up Piëch Automotive gegründet, bei dem auch der ehemalige Porsche- und VW-Konzernchef Matthias Müller arbeitet.

Schwerpunkt der Quantum Group sollen neben dem Kauf der Edelsportmarke Lamborghini auch die Motorsport-Aktivitäten und das Werks im italienischen Sant’Agata sein. Darüber hinaus peilt der Investor scheinbar eine strategische Partnerschaft mit VW an. Diese soll unter anderem die Entwicklung und Fertigung von Batterien umfassen.

Auf dem Weg ins Elektrozeitalter

Unterdessen will der italienische Luxussportwagenbauer in das Elektrozeitalter starten und nimmt dafür viel Geld in die Hand. 2023 will die Volkswagen-Konzerntochter ihr erstes Serienauto mit einem Mischantrieb aus Verbrenner und Elektromotor auf den Markt bringen. Bis Ende 2024 sollen dann alle Produkte als Hybridvariante verfügbar sein. Insgesamt beläuft sich die größte Investitionsoffensive der kompletten Firmengeschichte auf mehr als 1,5 Milliarden Euro.

Geplant ist unter anderem ein Entwicklungszentrum für Software und Technologien für selbstfahrende Autos, mit dem zu 850 neue Jobs könnten geschaffen werden könnten. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts soll die Elektrostrategie dann mit bis zu vier reinen Elektromodellen starten. Das Ergebnis hat es in sich: Bis 2025 soll der CO2-Ausstoß der Autos um die Hälfte gesunken sein.

VW-Management winkt ab

Die Führungsriege des Volkswagen-Konzerns reagierte zurückhaltend und bekundete erst einmal wenig Interesse an den Annäherungsversuchen. Das Unternehmen wolle sowohl Lamborghini als auch die Motorradmarke Ducati weiter im Verbund halten. Im vergangenen Jahr hatte Konzernchef Herbert Diess tatsächlich mit einer Trennung von der Marke geliebäugelt. Doch im Dezember blies der Aufsichtsrat die Pläne ab. Daran soll es jetzt offenbar auch bleiben.

Lamborghini: Klein, aber fein

Zuletzt bekam Lamborghini die Pandemie zu spüren. Die Edelmarke konnte im zurückliegenden Jahr gerade einmal 7.430 Autos verkaufen und erzielte damit einen Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro (-11% zu 2019). Im ersten Jahresviertel ging es aber wieder aufwärts und es ging ein Umsatz von 509 Millionen Euro durch die Bücher. Das entspricht einem Plus von 5,38% zum Vorjahresquartal.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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