Zalando-Aktie: Onlinehändler weiter auf Wachstumskurs

Zalando Sujet

Der Online-Modehändler Zalando feuert weiter auf allen Zylindern. Die Erschließung neuer Märkte soll auch in den kommenden Jahren das Wachstum ankurbeln. (Foto: Zalando)

Einen blitzsauberen Start ins neue Geschäftsjahr erwischte der führende Online-Modehändler Zalando. Die hohe Wachstumsdynamik hält auch nach dem Corona-Jahr 2020 unverändert an. Unter dem Strich erzielten die Berliner zum Jahresstart sogar das höchste Wachstum seit dem Börsengang im Jahr 2014.

Die Aktie reagierte mit leichten Aufschlägen auf die Präsentation der Geschäftszahlen. Nach der Kursverdopplung im letzten Jahr liegt der Börsenwert des Online-Händlers bei gut 22,5 Milliarden Euro.

Zalando – weit mehr als nur ein Online-Schuhhändler

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen Zalando näher vorstellen. Denn viele denken bei dem Konzern nur an einen werbestarken Schuhhändler. Doch Zalando ist weit mehr als das. Seit der Gründung vor 12 Jahren ist Zalando zu einem milliardenschweren Modehändler angewachsen, der in nunmehr 17 europäischen Ländern aktiv ist und die größte europäische Mode-Website betreibt. Den überwiegenden Teil der Erlöse erzielt Zalando mit Bekleidung.

Zalando’s Angebot für Damen, Herren und Kinder reicht von bekannten Trendmarken bis hin zu gefragten Designerlabels. Insgesamt arbeitet Zalando mit rund 2.000 Markenherstellern zusammen. Neben Schuhen und Bekleidung gehören Accessoires, Beauty-Produkte und Sportartikel zum Sortiment.

Inzwischen 41,8 Millionen aktive Kunden

Inzwischen zählt der Berliner Konzern 41,8 Millionen aktive Kunden. Das entspricht einem Anstieg von über 50% seit 2018. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Kundenanzahl um 30,9%. Gestützt wird das Geschäft durch eine hochmoderne Logistik-Infrastruktur (z.B. computeroptimierter Kommissionierungs-Prozess, etc.). Durch diese können 85% von Zalandos aktiven Kunden innerhalb von 750km erreicht werden.

Auch andere Zahlen bestätigen die Attraktivität der Internetseiten des Konzerns. In 2020 erhöhte sich die Anzahl der Seitenaufrufe vs. 2018 um 72% auf 5,4 Milliarden.

Starker Start ins neue Geschäftsjahr

Auch wenn es in einigen Regionen bereits wieder Lockerungsmaßnahmen gibt, Online-Shopping boomt weiterhin ohne Ende. Das macht sich auch gerade in den vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal bemerkbar. Insgesamt wickelte der Konzern Waren im Gesamtwert von 3,2 Milliarden Euro ab. Das lag 56% über dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Im  Schnitt tätigen die aktiven Kunden 4,9 Bestellungen (Q1 2020: 4,7) mit einem Bestellwert von 57,9 Euro (Q1 2020: 56,3 Euro).

Umsatz klettert um 46,8% nach oben

Unter dem Strich erzielte Zalando im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro, was einem Anstieg um 46,8% entspricht. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 93,3 Millionen Euro, nachdem im schwachen Vorjahresquartal noch ein Verlust von 99 Millionen Euro in den Büchern stand. Unter dem Strich verdiente Zalando im ersten Quartal 34,5 Millionen Euro (vs. -86,4 Mio. Euro im Vorjahresquartal).

Prognose nach oben geschraubt

Aufgrund der hohen Wachstumsdynamik hat der Konzern mit Vorlage der Zahlen auch seine Wachstumsziele nach oben angepasst. Beim Umsatz stellt das Management nun einen Zuwachs zwischen 26 und 31 % auf 10,1 bis 10,5 Milliarden Euro in Aussicht. Für Sie zum Vergleich: Bislang wurde ein Plus von 24 bis 29% avisiert. Gleichzeitig rechnet die Konzernführung mit einem bereinigten Vorsteuerergebnis zwischen 400 bis 475 Millionen Euro, was nochmals deutlich über der bisherigen Prognose (350 bis 425 Millionen Euro) liegt. Vor allem die Expansion in neue Märkte soll für Rückenwind sorgen. So will Zalando acht weitere Länder erschließen und das Logistiknetzwerk bis 2023 um 50% erweitern.

Langfristig sieht sich der Konzern damit gut aufgestellt und erwartet, dass bis 2025 ein Bruttowarenumsatz von mehr als 30 Milliarden Euro über die Zalando-Plattform abgewickelt wird. Das entspräche einer Verdreifachung zum vergangenen Geschäftsjahr.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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