Zooplus: Tierfutterhändler kann in der Corona-Krise mit deutlicher Ergebnissteigerung punkten

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Zooplus überzeugt mit einer neuen Langfristprognose: Die Transformation zum Online-Kauf hält auch bei Tierfutter an. (Foto: Javier Brosch / shutterstock.com)

Nach mehrmaliger Anhebung der Jahresprognose hatte sich bereits im letzten Jahr herauskristallisiert, dass der Tierfutterhändler Zooplus mit seinem Geschäftsmodell zu den klaren Gewinnern der Pandemie zählt. Mit Vorlage der Geschäftszahlen hat sich diese Annahme nun auch offiziell bestätigt. Zugleich haben die Münchener mit Vorlage der Zahlen auch eine Langfristplanung veröffentlicht, die für Begeisterung unter den Anlegern sorgte. Die Aktie verzeichnete zuletzt einen rasanten Kursanstieg und liegt seit dem Jahreswechsel bereits mehr als 40% in der Gewinnzone.

Führender Online-Händler für Haustierkost und -zubehör

Bevor ich näher auf die Zahlen und die neue Langfristprognose eingehe, stelle ich Ihnen den Konzern vor – denn bislang dürfte der Name wohl eher den Besitzern von Haustieren ein Begriff sein. Zooplus ist der mit Abstand führende Internethändler für Haustier-Nahrung und –zubehör. Gegründet wurde die Firma im Jahr 1999 vom heutigen CEO Cornelius Patt. Seit 2008 ist Zooplus am Aktienmarkt notiert.

Dabei ist die rasante Entwicklung der Firma durchaus beeindruckend: Seit dem Jahr 2006 kletterten die Umsätze von 34 Millionen auf zuletzt 1,8 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Die angebotenen Produkte werden Online im deutschsprachigem Heimatmarkt sowie Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Großbritannien und Polen angeboten. Darüber hinaus ist das Unternehmen in weiteren europäischen Märkten aktiv. Die umfangreiche Produktpalette mit über 8.000 Produkten beinhaltet Tierfutter (Trocken- und Nassfutter oder auch Futterbeigaben wie Kauknochen, Snacks u.a.) und Zubehör wie Kratzbäume für Katzen, Käfige und Hundekörbe in unterschiedlichsten Preis- und Qualitätskategorien. Rund 80% des Geschäftes entfallen dabei auf Hunde- und Katzenfutter.

Onlinemarkt für Tierfutter noch lange nicht gesättigt

Der europäische Markt für Haustier-Nahrung und -zubehör lag 2020 bei ca. 28-29 Milliarden Euro. Bis 2030 geht Zooplus davon aus, dass sich das Marktvolumen auf 49 Milliarden Euro vergrößert. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 6%. Derzeit beträgt der Anteil der über das Internet erzielten Umsätze erst ca. 17%. Zuletzt lag der Marktanteil von Zooplus bei rund 6,3%. Bis 2025 rechnen die Münchener damit, dass der Marktanteil von Zooplus auf 9 bis 10% gesteigert werden kann.

Der Erfolg basiert auf einer extrem hohe Kunden-Bindung, die sich im Corona-Jahr nochmals verbessert hat: Die Nachkauf-Rate der Stammkunden lag zuletzt bei 99% nach 91% in 2019.

18% Umsatzplus in 2020

Zuletzt liefen die Geschäfte ausgesprochen rund. In 2020 kletterten die Umsätze um 18,2% auf 1,8 Milliarden Euro in die Höhe. Zugleich verbesserte sich die Profitabilität deutlich. So erhöhte sich die operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 0,8% auf 3,5%. Am Ende konnte ein Nettogewinn von 18,7 Millionen Euro verbucht werden. Für Sie zum Vergleich: In 2019 fiel noch ein Jahresverlust von 12,1 Millionen Euro an.

Zooplus weiter auf Wachstumspfad

Für die Zukunft zeigt sich der Tierfutterhändler ebenfalls optimistisch: Für dieses Jahr stellt das Unternehmen einen Umsatz von etwa 2,1 Milliarden Euro und ein EBITDA von 40 bis 80 Millionen Euro in Aussicht (2020: 63,3 Millionen Euro). Bis 2025 sollen dann die Umsätze auf 3,4 bis 3,8 Milliarden Euro ansteigen. Dieses Wachstum basiert auf der Annahme, dass sich die Verlagerung der Käufe ins Internet weiter fortsetzt. Zeitlich soll die EBITDA-Marge auf mindestens 4% erhöht werden.

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Mit wenigen Klicks alles fürs TierTiere sind des Menschen bester Freund. zooplus profitiert davon. Was wir von der Aktie halten. › mehr lesen


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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