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Die Bundesregierung und ihre Steuerpläne

Inhaltsverzeichnis

Steuer-Entlastungen sind immer eine tolle Sache.

Das dachte wohl auch Donald Trump, als er in den US-Wahlkampf zog und genau das versprach.

Sie wissen: Er hat diese Wahl zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewonnen.

Nun kündigte der designierte US-Finanzminister Steven Mnuchin eine umfassende Steuer-Reform an.

Demnach sollen u. a. die Unternehmen steuerlich entlastet werden.

Die Steuersätze sollen von 35 auf 15% gesenkt werden, um ein jährliches Wirtschafts-Wachstum von drei bis 4% zu schaffen.

US-Steuerpläne werden bejubelt und verteufelt

Das hat natürlich große Auswirkung auf die übrige Welt, die führenden Industrienationen und die Schwellenländer.

Einige EU-Mitgliedstaaten wollen ebenfalls einen Kurswechsel in dieser Frage.

Bundesfinanzminister Schäuble hingegen wettert dagegen; spricht von Steuer-Dumping.

Er weiß genau, dass neben der Spaltung der EU in der Flüchtlingsfrage eine weitere dazu kommen könnte.

Auch Pierre Moscovici, EU-Kommissar für Wirtschaft und Finanzen, Steuern und Zölle, will gegen diese Vorschläge vorgehen.

So drohte er bereits damit, die USA auf die Schwarze Liste für Steuer-Oasen zu setzen.

Sie sehen: Die Angst geht um. – Von wegen, es gehe nur um Steuer-Politik! Es geht um alles!

Großbritannien forciert die Steuer-Spaltung in Europa

Dabei stehen die Vereinigten Staaten von Amerika mit ihrer Kurskorrektur in der Steuer-Politik beileibe nicht allein.

Auch aus Europa weht der Bundesregierung und der EU ein strenger Wind entgegen, und zwar von der britischen Insel:

Die britische Premierministerin Theresa May gab sogar noch früher als Donald Trump den Startschuss für das Steuer-Dumping.

Konkret erklärte sie, dass sie die niedrigsten Unternehmens-Steuern in der gesamten G-20-Gruppe will, um die wirtschaftlichen Folgen des BrExit abzufedern.

Premierministerin Theresa May hat recht

Theresa May hat gute Gründe für Steuer-Senkungen.

Denn nach dem Votum für den BrExit, den Austritt Großbritanniens aus der EU, fürchtet sie massenhafte Abwanderung von Unternehmen – und das zu Recht.

Sie muss also dagegen steuern – und das hat sie auch vor.

Großbritannien will ein Steuer-El-Dorado werden

Die Unternehmens-Steuern auf der Insel sollen von den bisher schon niedrigen 20 auf 17% sinken. Manch einer spricht sogar von 15%.

Damit Sie das richtig einordnen können: Der Durchschnittssatz in den Industrieländern (OECD) liegt bei 25%.

In Deutschland beträgt der Körperschafts-Steuersatz 15%. Die gesamte Unternehmens-Steuerbelastung jedoch satte 30%.

Warnungen aus dem Europa-Parlament an die Briten

Der finanz- und wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold, übte harsche Kritik an den britischen Plänen:

Großbritannien sei schon jetzt eine der größten Steuer-Oasen der Welt.

Viele Großunternehmen versteuerten bereits jetzt ihre Gewinne zu niedrigsten Steuersätzen in britischen Steuer-Oasen in der Karibik.

Dennoch resümiert Giegold, dass Europa einen Mindestsatz für Unternehmens-Steuern brauche.

Dem gefährlichen Wettlauf nach unten müsse ein Riegel vorgeschoben werden.