Diese zwei Banken kommen gut durch die Krise

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Die Auswirkungen der Pandemie haben den Bankensektor hart getroffen, doch diese zwei Banken behaupten sich bisher sehr gut. (Foto: Elenarts / shutterstock.com)

Die UBS ist eine der wenigen Banken, die in Zeiten der Corona-Pandemie ihren Gewinn steigern konnten. Ob dafür der Stabwechsel in der Führung zum neuen Chef Ralph Hamers verantwortlich ist, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Die alten Chefs nutzen gerne die Spielräume der Buchhaltung aus, um sich mit guten Zahlen zu verabschieden. Die UBS hat jedoch bereits vorher stets gute Ergebnisse geliefert.

UBS lieferte gute Ergebnisse

In den ersten 9 Monaten wuchsen die Bruttoeinnahmen um 11,2% auf 24,2 Mrd. $. Der Gewinn stieg um 37,4% auf 4,9 Mrd. $. In den Zahlen ist ein Sondererlös von 850 Mio. $ für den Verkauf der Fondsvertriebsplattform Fondcenter an die Deutsche Börse enthalten. Doch auch ohne den Verkauf hätte UBS den Gewinn gesteigert. Einziger Wermutstropfen ist ein Strafprozess in Frankreich, bei dem die UBS zu einer Strafe von 4,3 Mrd. € verurteilt wurde. Die Berufungsverhandlungen konnten wegen der Corona-Krise noch nicht stattfinden. Die Bank hofft auf ein milderes Urteil. Der Prozess ist für März 2021 angesetzt.

Die UBS gehört zu den finanziell gut aufgestellten europäischen Banken

Die UBS gehört mit einer harten Kernkapitalquote CET 1 von 13,5% zu den finanziell gut aufgestellten europäischen Banken und kann eine aktive Rolle bei der anstehenden Marktkonsolidierung spielen. Dafür spricht auch die gute Vernetzung der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, die die europäische Bankenlandschaft allesamt sehr gut kennen. Die vergleichsweise hohe Marktkapitalisierung erweist sich für Übernahmen als vorteilhaft. Da die UBS stark in der Vermögensverwaltung engagiert ist, musste die Bank nur geringe Rückstellungen bilden. Auch die Niedrigzinsen belasten weniger stark als bei anderen Instituten.

Unternehmensporträt

Die UBS Group (United Bank of Switzerland) entstand 1998 aus der Fusion der traditionsreichen Schweizerischen Bankgesellschaft und des Schweizerischen Bankvereins. Sie ist vor allem in Europa und Nordamerika tätig. Die Konzernstruktur umfasst folgende Sparten: Wealth Management & Swiss Bank, Wealth Management Americas, Global Asset Management, die UBS Investment Bank und das Corporate Center.

Das Investmentbanking hat BNP Paribas auf der Überholspur gehalten

Der Handel mit Anleihen, Währungen, Rohstoffen und Aktien zog im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Dadurch konnte die Bank die Bruttoeinnahmen in den ersten 9 Monaten konstant bei 33,4 Mrd. € halten. Der Gewinn ging wegen hoher Rückstellungen um 13,4% auf 5,5 Mrd. € zurück.

Insgesamt hat BNP Paribas rund 4,1 Mrd. € für ausfallgefährdete Kredite zurückgelegt. Das ist fast doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. Angesichts der schlimmsten Wirtschaftskrise seit dem 2. Weltkrieg fallen die Rückstellungen dennoch moderat aus. BNP Paribas profitiert indirekt von den Hilfsprogrammen der Regierungen.

Durch die staatliche Förderung können viele Unternehmen ihre Kredite normal weiter bedienen. Zudem stockt die Bank Hilfskredite häufig noch mit eigenen Mitteln auf und kann deshalb in den kommenden Jahren mit höheren Zinseinnahmen rechnen. Wichtig ist jetzt, dass vor allem die französische Wirtschaft schnell aus der Rezession herauskommt. Sonst drohen im nächsten Jahr weitere Abschreibungen.

BNP Paribas liebäugelt bereits wieder mit einer Dividende

Falls die Bankenaufsicht den Dividendenstopp aufhebt, soll die Hälfte des Jahresgewinns als Ausschüttung an die Aktionäre fließen. Im Oktober wurde eine Kooperationsvereinbarung mit dem weltgrößten Fondsvertrieb Allfunds geschlossen. Den Kunden von BNP Paribas wird damit der Zugang zu mehr als 100.000 Fonds aus aller Welt ermöglicht. Die Vermögensverwaltung wird gestärkt.

Unternehmensporträt

BNP Paribas ist die größte börsennotierte Universalbank Frankreichs und eine führende Bank Europas. Der Konzern entstand 2000 aus der Verschmelzung der beiden französischen Banken BNP und Paribas. In Deutschland ist die BNP mit der Consorsbank aktiv. Weitere Töchter: BancWest in den USA und BNL in Italien.

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BNP Paribas und UBS kommen gut durch die KriseBNP Paribas und UBS konnten im 1. Quartal mit guten Ergebnissen glänzen und auch der weitere Ausblick stimmt mich positiv. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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